Feingefühl entwickeln

Schülerinnen der staatlich anerkannten Podologieschule Grotstollen in Essen beschäftigten sich im Rahmen einer Projektarbeit mit dem Thema „Arbeiten in einer Wohngemeinschaft für beatmete und wachkomatöse Menschen“. Welche Erfahrungen durften sie dabei sammeln?

Die Thematik der neurologischen Erkrankung Wachkoma, ist im gesetzlichen Curriculum der Podologieausbildung zu finden unter den Begriffen: Spezielle Behandlung bei neuro­logischen Störungen (Punkt 15.3.6. PodAPrV) und spezieller Krankheitslehre (Punkt 7.1.8, 7.1.9 und 7.4). Ein richtiger Umgang mit Menschen, die in ihrem Bewusstsein eingeschränkt sind bringt einige Herausforderungen mit sich. Auf unterschiedlichen Bedürfnissen der Patienten eingehen, Änderungen erkennen und Signale richtig deuten sind nur einige Aufgaben der Podologen. Um einen pflegerischen Umgang mit den wahrnehmungseingeschränkten Menschen zu erlangen, stellten sich die Schülerinnen des Kurses ATZ 14-1 der staatlich anerkannten Podologieschule Grotstollen Essen, Burcu Tasli, Silvia Hannighofer, Stefanie Strachanski und Sandra Ebben in Begleitung der Schulleiterin Anke Schmitz, dieser Herausforderung. Mit dem Projekt „Arbeiten in einer Wohngemeinschaft für beatmete und wachkomatöse Menschen“ sammelten die Schülerinnen über sechs Monate lang praktische Erfahrungen in der ambulanten Wohngemeinschaft Essen. Bei dieser intensiven Arbeit lernten die Schülerinnen, wie ein pflegerischer Umgang mit Menschen im Wachkoma durch eine Zusammenarbeit von hochqualifizierten examinierten Pflegekräften in einer familiären Atmosphäre – transdisziplinär auch mit Podologen – zu einer kontinuierlichen Verbesserung des Wohlbefindens und der körperlichen Unversehrtheit der Patienten beiträgt.

Leben in der Wohngemeinschaft
Gegründet wurde die ambulante Wohngemeinschaft von dem Pflegedienst IntegraCura. Hier werden Menschen, welche beatmungspflege- und intensivpflegebedürftig sind, 24 Sunden rund um die Uhr von Fachpflegepersonen betreut. Neben Gemeinschaftsräumen mietet jeder Patient ein großzügiges Zimmer an, welches der Patient, beziehungsweise seine Angehörigen, nach eigenen Wünschen einrichten können. Das Problem einer sozialen Deprivation wird durch die familiäre Atmosphäre verhindert, so dass Wachkomapatienten aktiv am täglichen Leben teilhaben können. Die hergerichteten Gemeinschaftsräume bieten die Möglichkeit für Familienangehörige jedes Patienten, sich auszutauschen, Zusammenhalt zu stärken und auch Trost zu spenden. So sorgen die Angehörigen für ein positives Klima in der Wohngemeinschaft und stellen den Lebensmittelpunkt für die Patienten dar. Das eigene Zimmer sorgt für einen privaten Rückzugsort. Die Familie schafft somit ein wohnliches Umfeld, welches der Genesung des Patienten zugutekommt. Es darf jedoch nicht in den Hintergrund geraten, dass sich – trotz der familiären Umgebung – jeder Patient in  fachärztlicher Behandlung befindet und auch durch seine Technologieabhängigkeit intensiv rund um die Uhr behandlungspflegerisch betreut werden muss. Diese medizinische Versorgung sorgt für das Zusammentreffen von interdisziplinären Professionen, wie Allgemeinmedizinern, Internisten, Orthopäden, Neurologen, Akupunkteure und in diesem Projekt nun auch Podologen. Die Wohngemeinschaft bietet somit eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen den Ärzten, dem Pflegepersonal und den Angehörigen. Diese spiegelt sich in den positiven Reaktionen der Patienten wieder. Durch eine auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmte Pflege und Zuwendung, wird deren Lebensqualität nicht nur verbessert, sondern zusätzlich gesichert.  

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