Kinderfüße richtig pflegen

Worauf sollte man bei der Pflege von Kinderfüßen achten? Mit welchen Tipps kann man Eltern unterstützen? Ursula Maria Schneider lädt zu einem „Kids-Day“ ein, an dem Kinder und Eltern an die Fußpflege herangeführt werden.

Nach der Geburt ist die Kinderhaut mit der sogenannten „Käseschmiere“ bedeckt – ein weißlicher ­Belag, der die Haut des Ungeborenen bereits im Mutterleib vor bakteriellen Entzündungen schützt. Die Strukturen der Haut sind nach der Geburt allerdings noch nicht voll funktionstüchtig, sie ist durch eine verminderte Talg- und Schweißdrüsenfunktion vergleichsweise trocken. Erst nach zirka drei bis vier ­Monaten baut sich die typische Babyhaut auf. Insgesamt ist die kindliche Haut   wesentlich dünner als die eines erwachsenen Menschen und die Schutz­funk­tion noch nicht vollständig ausgebildet. Und bevor wir uns um die richtige Pflege kümmern noch ein wichtiger Hinweis: Kinderfüße sollten nicht mit Füßen „kleiner Erwachsener“ verwechselt werden. Das Fußskelett bei Kindern ist noch sehr weich und somit verformbar. Da sich ihr Nervensystem und die damit verbundene Empfindlichkeit erst noch entwickeln müssen, reagieren Kinderfüße in der Anfangszeit auf Druck, auch im Rahmen von Bewegungsmechanismen, eher schmerzunempfindlich.

Füße zeigen – Verbindungen aufbauen
Das bekannte Kinderlied „Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh“ bietet ein schönes Entree in die Thematik, denn wer gepflegte und gesunde Füße hat, die in bequemen Schuhen stecken, wird diese gerne zeigen. Gerade Kinderfüße bedürfen der besonderen Beachtung und Pflege. Deshalb ist es ratsam, Kinder möglichst früh an den achtsamen Umgang mit ihren Füßen heranzuführen. Kindergartenkinder können und werden oftmals von den Müttern oder Großeltern mit zur Fußpflege gebracht. Der Grund ist dabei oft nicht die Notwendigkeit, dass diese eine Fußbehandlung brauchen, sondern es für die Erziehenden schwierig ist, einen Babysitter zu finden. Also kommen die Kinder mit und sehen – vielleicht zum ersten Mal – was an und mit den Füßen passieren kann. Natürlich kann man Kinder während der Behandlungszeit der Erwachsenen anderweitig beschäftigen, Spielkisten und Bilderbücher sollten daher in einer Praxis keinesfalls fehlen. Aber man kann das Kind auch in die Pflege mit einbeziehen und aktiv daran teilhaben lassen. Erklären Sie in verständlicher Form, was mit den Füßen passiert, und betonen Sie immer wieder, dass es nicht weh tut, denn das ist für die Kleinen ganz entscheidend. Und wenn die Fußpflege bei den „Großen“ beendet ist, kann die Frage: „Darf ich mir denn auch mal deine Füßchen anschauen?“ die erste Verbindung schaffen. Anschauen bedeutet aber noch nicht anfassen. Hier sollten Sie sich langsam herantasten und fragen: „Darf ich denn deine Füßchen auch mal berühren?“ Achten Sie darauf, keine kalten Hände zu haben, die das Kind vielleicht erschrecken könnten. Leichtes Fußkraulen kann vielleicht sogar das erste Lächeln ins Kindergesicht zaubern. Suchen Sie immer wieder aufs Neue das Gespräch mit dem Kind, wecken Sie die Neugierde und bauen Sie nach und nach Vertrauen auf.

Sensibilität beachten
Kinder sind sehr sensible Wesen, gerade auch im Hinblick auf Geräusche. Wenn dann irgendwann der erste Termin für die Kleinen in der Praxis ansteht, vermeiden Sie, sofern dies möglich ist, die Arbeit mit Motoren und Fräsern (zumindest die ersten Male). Gehen Sie hier zum alten Handwerkszeug wie zum Beispiel Nagelzange und Feile über. Während des Arbeitens können Sie auch wieder die Begleitpersonen mit einbeziehen und erklären, wie diese zuhause die Kinderfüße pflegen können. Auch in puncto Kleidung sollten Sie bei Kindern umdenken. Die Farbe Weiß, die Sie als Profi natürlich unterstreicht, löst bei Kindern nicht selten Hemmschwellen aus. Sie verbinden mit ihr den Mediziner, den „Onkel Doktor“, die Spritze, die weh tut, den Saft, der gar nicht süß schmeckt und schlimmstenfalls auch das Krankenhaus, in dem sie vielleicht schon waren und an das sie keine guten Erinnerungen haben. Wählen Sie was Luftiges, Buntes und stellen Sie sich so mit dem kleinen „Fußpatienten“ auf eine Ebene. Die Verständigungsebene sollte auch dem Alter des Kindes angepasst sein. Zeigen Sie dabei dem Kind Möglichkeiten auf, seine Füße mal eingehend zu ­betrachten, mit ihnen zu spielen und sie in bunte und wohlriechende Pflegen zu verpacken.

Behutsam nähern
Kontakt zu einem Kind kann man in Form einer kleinen Fußmassage aufbauen. Doch bedenken Sie hier, Kinder sind kitzelig, also besonders sanft massieren. Während des Massierens können Sie dem Kind das Pflegeprodukt auch auf seine Fingerspitzen auftragen und ihm zeigen, wie es dieses in die Hände einreiben kann, während Sie die Füße pflegen. Sie beide tun dann das Gleiche und pflegen parallel. Was an den Händen als Pflege zugelassen wird, weil es einen angenehmen Geruch hat, wird auch an den Füßen nicht abgelehnt werden. Zeichnen Sie mit Cremetupfern ein lustiges Smiley auf den einen Fußrücken. Der andere Fußrücken darf dann vom Kind kreativ betupft werden. Der Spaßfaktor ist garantiert. Und wenn Sie das Pflegeprodukt dann als Probiergröße (Mini) mitgeben, kann die spielerische Pflege zuhause fortgesetzt werden.

Sie besitzen ein Printabonnement, oder sind bereits registriert? Jetzt einloggen!
Lesen Sie jetzt den kompletten Artikel.
Angebot auswählen und sofort weiterlesen.
Oder direkt ein Printabonnement?
1 Jahr der-fuss.de für nur 55,75 € inkl. Mwst. und Versand.
Fordern Sie jetzt gleich Ihr Printabonnement an. Zum Formular
Sie sind schon registriert? Jetzt einloggen!
Sind Sie bereits Abonnent und haben Ihre Zugansdaten vergessen?
Fordern Sie jetzt gleich Ihre Zugansdaten an. Zum Formular