Arbeitsgruppe „Onkologische Bewegungsmedizin“ gegründet

Priv.-Doz. Dr. Freerk Baumann auf der Fläche der Onkologische Trainingstherapie (OTT) in der Uniklinik Köln. (Foto: Uniklinik Köln)

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Früher galt für Krebspatienten: möglichst schonen und wenig Belastung. Das ist überholt. Mittlerweile raten Ärzte den Patienten zu körperlicher Aktivität. Um die Wirkung, den Nutzen und die Art des optimalen Trainings wissenschaftlich zu beschreiben, ist an der Uniklinik Köln eine neue Arbeitsgruppe zum Thema „Onkologische Bewegungsmedizin“ eingerichtet worden. Ziel der Arbeitsgruppe ist, den Einfluss von körperlicher Aktivität auf die Entstehung von Krebserkrankungen, den Verlauf von Tumortherapien hinsichtlich medizinischer Nebenwirkungen und den Schutz vor einem Tumorrückfall zu erforschen und Verständnis über die zu Grunde liegenden molekularbiologischen Mechanismen zu gewinnen.

Als sportwissenschaftlicher Leiter der neu gegründeten Forschergruppe konnte mit PD Dr. Freerk Baumann einer der führenden Experten in diesem Bereich gewonnen werden. Er arbeitete viele Jahre an der Deutschen Sporthochschule in Köln, nach wie vor ein wichtiger Kooperationspartner bei diesem Forschungsgegenstand. Im November 2016 wechselte er an das Centrum für Integrierte Onkologie an der Uniklinik Köln (CIO). Sein Forschungsschwerpunkt ist das Thema körperliche Aktivität und Krebs.

Gemeinsam mit PD Dr. Thomas Elter, der als Facharzt für Hämatologie und Onkologe die medizinische Leitung der Arbeitsgruppe verantwortet, will PD Baumann auch die Professionalisierung dieser jungen Wissenschaftsdisziplin weiter vorantreiben: „Unser Ziel ist es, die konkreten Dosis-Wirkungs-Zusammenhänge von Bewegung, Krebs und den medizinischen Nebenwirkungen darzustellen. Für die Patienten streben wir die optimale Unterstützung ihrer medizinischen Therapie an und letztlich auch eine Lebensverlängerung bei guter Lebensqualität. Die gelebte Interdisziplinarität innerhalb des CIO ist für die schnelle Übertragung unserer Forschungsergebnisse in die Versorgung und die Lehre dabei extrem hilfreich.“

Neben medizinisch-biologischen Parametern spielen für die Forscher auch psychische und psychosoziale Aspekte eine Rolle, die für die Krankheitsbewältigung ebenfalls relevant sind. So verringern sich bei Patienten, die an Bewegungsprogrammen teilnehmen, Angst und Depressivität. Selbstvertrauen und Selbstständigkeit steigen und auch eine „soziale Isolation“, die von vielen Patienten empfunden wird, kann reduziert werden. Daher kooperiert die Gruppe eng mit der Psychoonkologie (Haus Lebenswert e.V.).