Der Sporn in der Ferse

Sporn-Ferse
Foto: Lucia Schmidt

Wer schon einmal einen Fersensporn hatte, weiß wie schmerzhaft das sein kann. Leider können diese Schmerzen nach einer Behandlung wieder kommen. Klaus Grünewald hat für uns Wissenswertes über den Fersensporn zusammengetragen.

Es wird geschätzt, dass in Deutschland zwei Millionen Menschen über behandlungsbedürftige Schmerzen unter der Ferse klagen. In den USA zählt man über eine Million Praxisbesuche pro Jahr. Häufig geben die Patienten an, mehr oder weniger starke Schmerzen bereits seit mehr als zwei Jahren zu haben. Die Beschwerden können sich – trotz erfolgreicher Behandlung und Schmerzfreiheit – auch wiederholt einstellen. Diese wechselhaften Beschwerden werden oft von Patienten als Grund angegeben, die Schmerzsituation zu erdulden und nicht darüber zu reden.

Was ist ein Fersensporn?

Wie oft vermutet ist der auf dem Röntgenbild zu erkennende knöcherne Sporn unterhalb der Ferse nicht die Ursache des Schmerzes. Der Sporn entsteht lediglich als Ergebnis einer Überlastung der am plantaren Fersenbeinhöcker (Tuber calcanei) sehnigen Ansätze. Um ihren Abriss zu verhindern baut der Knochen zur Stabilisierung dieser Ansatzstelle Knochensubstanz auf.

Verantwortlich für die Schmerzsitua-tion eines Fersensporns ist die Entzündung (Überreizung) des äußeren durchbluteten bindegewebigen Anteils des breiten sehnigen Fußsohlenbandes (der Plantaraponeurose) und einiger kurzer Fußmuskeln an dieser Stelle.

Nach dieser Beschreibung hat sich der Begriff „Plantarfasciitis“ geprägt der das Ergebnis einer ständigen (wiederholten) Überlastung des Sehnenbandes nach Art einer Entzündung unterstreichen soll.

Nach Untersuchungen des Amerikaners H. Lemont [1] et al. verursacht der ständige Reiz hauptsächlichVeränderungen in dem Gewebe der Plantaraponeurose, die entweder akut oder chronisch verlaufen kann. In seiner im Jahr 2003 verfassten Studie prägte Lemont den Begriff „Plantarfasziosis“, um zu unterstreichen, dass nach seiner Auffassung eine Entzündung nicht die Ursache der Schmerzen ist.

Histopathologische Studien hatten gezeigt, dass Patienten mit diagnostizierter Plantarfasciitis eine degenerative Veränderung an den Sehnenursprüngen und -ansätzen ähnlich einer degenerativen Erkrankung der Sehne (Tendopathie) aufwiesen. Nach dem klinischen Wörterbuch (Pschyrembel) ist die Definition einer Entzündung nicht grundsätzlich an Mikroorganismen gebunden, kann also allein durch Druck und/oder Reibung ausgelöst werden.

Im Ausland stößt diese Definition deswegen meist auf Missverständnis. Im folgenden Text wird der Begriff: „Plantarfasciitis“ gleichbedeutend zu dem Beschwerdebild des „Fersensporns“ als amikrobielle Entzündung benutzt.

Im Jahr 2011 ließen S. Hafner et al. Gewebsproben von 97 Patienten zur Untersuchung der Faszien entnehmen, um die ständig wiederauftretende Plantarfasciitis zu ergründen. Die Autoren fanden heraus, dass 25 Prozent der Proben ­entweder das histologische Bild einer plantaren gutartigen Bindegewebegeschwulst (eines Fibroms) oder einer Neubildung von Gewebe (einer Neoplasie ) zeigten. 21 Prozent von ihnen hatten vom histologischen Bild her eine Entzündung ohne Neoplasie und 54 Prozent zeigten weder eine Neoplasie noch einen Entzündungsprozess. [2]

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