Akademisierung der Gesundheitsberufe empfohlen

Der Wissenschaftsrat hat empfohlen, Krankenpfleger, Physio-, Logo- und Ergotherapeuten künftig verstärkt an Hochschulen auszubilden. In patientenorientierten Studiengängen mit einem Bachelor-Abschluss sollten künftig zehn bis 20 Prozent eines Ausbildungsjahrgangs zur unmittelbaren Tätigkeit am Patienten befähigt werden. Besonders staatliche Hochschulen und Universitäten müssten die dafür notwendigen Studienplätze stärker als bisher einrichten, so das Gremium. Künftig werde es wegen des demografischen Wandels deutlich mehr multimorbide, chronisch erkrankte und pflegebedürftige Patienten geben. „Diese Menschen brauchen nicht nur mehr, sondern auch qualitativ andere Versorgungsleistungen“, hieß es aus dem Wissenschaftsrat. Die Gesundheitsberufe akademisch auszubilden trage dazu bei, die Herausforderungen an das Gesundheitswesen zu bewältigen. Der Magdeburger Neurologe Hans-Jochen Heinze, Mitglied der wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrats, betonte, notwendig sei auch eine stärkere Vernetzung der einzelnen Berufe. Durch die wachsende Zahl chronisch kranker und pflegebedürftiger Menschen müssten die verschiedenen Fachkräfte bei der Gesundheitsversorgung stärker zusammenarbeiten. Fachhochschulen sollten neu geschaffene Studiengänge unter dem Dach einer Fakultät für Gesundheitswissenschaften einrichten. Diese sollten dann eng mit der medizinischen Fakultät einer benachbarten Universität kooperieren. Für Universitäten empfahl der Wissenschaftsrat die Gründung eines Departments für Gesundheitswissenschaften, das der medizinischen Fakultät angegliedert ist. Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder zu Fragen der Wissenschaft und der Hochschulen.