Daten zu nosokomialen Infektionen vorgestellt

Infektionen, die in zeitlichem Zusammenhang mit einer medizinischen Maßnahme stehen, sogenannte nosokomiale Infektionen, gehören zu den häufigsten Infektionen. Für Deutschland legte nun das Robert-Koch-Institut nun aktuelle Zahlen zum Umfang des Problems aus einer repräsentativen Prävalenz-Studie vor. Die aktuellen Daten zeigen, dass bei rund 3,5 % der Patienten während der Prävalenz-Untersuchung eine nosokomialen Infektion vorlag. Die Häufigkeit nosokomialer Infektionen ist damit gegenüber einer ähnlichen Untersuchung 1994 weitgehend unverändert. Gestiegen ist allerdings die Zahl der Patienten, die zum Zeitpunkt der Untersuchung Antibiotika erhielten. Die repräsentative Stichprobe umfasst 46 Krankenhäuser, insgesamt nahmen 134 Kliniken in Deutschland teil. Das Referenzzentrum, das auch das fortlaufende nationale Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) betreut, schulte zuvor die Hygieneteams der teilnehmenden Kliniken. Die Erhebung fand zwischen September und Dezember 2011 statt. Die aktuellen Daten zeigen, dass bei rund 3,5 % der Patienten während der Prävalenz-Untersuchung eine nosokomialen Infektion vorlag. Die Häufigkeit nosokomialer Infektionen ist damit gegenüber einer ähnlichen Untersuchung 1994 weitgehend unverändert. Gestiegen ist die Zahl der Patienten, die zum Zeitpunkt der Untersuchung Antibiotika erhielten. Die umfassenden Daten werden im Detail noch weiter ausgewertet. Die Daten sind Teil einer europaweiten Erhebung des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention in Stockholm (ECDC) und wurden vom Nationalen Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen (Charité Universitätsmedizin Berlin) mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit erhoben. Die ersten vorläufigen Ergebnisse sind im Epidemiologischen Bulletin des RKI veröffentlicht (Ausgabe 26/2012). Deutschland ist damit eines der ersten Länder, das Ergebnisse aus dieser Erhebung vorlegt.