HÄNDE WASCHEN ALLEIN REICHT NICHT

Im Kampf gegen Infektionen ruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Samstag, den 5. Mai zum Welthändehygienetag auf. Allerdings warnt Hygiene-Experte Prof. Dr. Martin Exner, dass Hände waschen allein als Waffe im Kampf gegen nosokomiale, also im Krankenhaus übertragene Infektionen mittlerweile längst zu stumpf ist: "Nosokomiale Infektionen sind in Europa aufgrund der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen eine der größten medizinischen Herausforderungen der Zukunft", erklärt der Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. "Klassische Hygienestrategien wie verstärktes Händewaschen reichen nicht mehr alleine aus, sondern müssen durch weitere Strategien ergänzt werden. Auch die potenziellen Übertragungswege für nosokomiale Infektionen im Patienten-nahen Umfeld müssen unter Kontrolle gehalten werden." Gefährliche Bakterien werden in medizinischen Einrichtungen insbesondere über Lichtschalter, Türklinken oder auch die Kugelschreiber des Personals übertragen. Experten sind sich einig: Eine effektive Hygienestrategie setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen - aus einem verantwortungsbewussten Umgang mit Antibiotika, Verhaltensregeln, einer maßvollen Arbeitsbelastung, neuen Materialien sowie strukturellen und gesetzlichen Veränderungen