Hygienegesetz verabschiedet


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Der Bundestag verabschiedete am 9. Juni ein Gesetz, das die Zahl der Klinik-Infektionen um bis zu 30 Prozent senken soll. Dieses Ziel soll vor allem durch verbesserte Hygienestandards, zusätzliche Hygienebeauftragte und die Eindämmung von Antibiotika-Behandlungen erreichen werden. In Deutschland fangen sich Schätzungen zufolge jedes Jahr 400.000 bis 600.000 Patienten im Krankenhaus eine Infektion ein, an denen bis zu 15.000 Menschen sterben sollen. Deswegen sollen in den kommenden Jahren Hunderte zusätzliche Hygienebeauftragte für saubere Abläufe in den Kliniken sorgen. Mit dem Gesetz wird auch der Weg für spezielle Hygieneverordnungen in allen 16 Bundesländern freigemacht. Darüber hinaus soll die Zahl der überflüssigen Antibiotika-Behandlungen gesenkt werden, damit weniger resistente Keime entstehen. Die Opposition befürwortet zwar die Richtung des Gesetzes, hält die beschlossenen Maßnahmen jedoch für nicht ausreichend. Die Krankenhäuser beklagen die Ausgaben, die auf sie zukommen. Die jährlichen Zusatzkosten beliefen sich auf nahezu ein Prozent der Klinikausgaben, kritisierte die Deutsche Krankenhausgesellschaft. Das Gesundheitsministerium geht jedoch davon aus, dass die Vermeidung von Infektionen im Gegenzug zu Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe führt.