G-BA: Keine Teststreifen mehr für Typ-2-Diabetiker


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Nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) erhalten Typ-2-Diabetiker, die kein Insulin spritzen müssen, künftig keine Harn- und Blutzuckerteststreifen mehr als Kassenleistung. Diabetiker-Organisationen haben gegen diesen Beschluss protestiert. Es geht um einen Markt von insgesamt 900 Millionen Euro im Jahr allein bei den gesetzlichen Kassen. In den vergangenen Jahren hatten sich die Streifen rasant verbreitet. Diabetiker, die Insulin per Spritze oder Pumpe nehmen, bekommen die Streifen gemäß der Entscheidung dieses Spitzengremiums im Gesundheitswesen weiter auf Kassenrezept. Allerdings können Ärzte auch in Zukunft Teststreifen verordnen, wenn sie eine Blutzuckerkontrolle wegen einer instabilen Stoffwechsellage als sinnvoll ansehen. Dies kann zum Beispiel bei einer Ersteinstellung oder einer Therapieumstellung auf orale Antidiabetika mit hohem Hypoglykämierisiko der Fall sein. Allerdings können nur bis zu 50 Teststreifen verschrieben werden. Grundsätzlich sieht der G-BA keinen belegten Nutzen der Teststreifen. Dabei stützt er sich auf eine Bewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Ausgewertet wurden von dem Institut sechs Studien zur Blutzuckerselbstkontrolle. Es seien keine positiven Auswirkungen auf Morbidität und Mortalität gefunden worden. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) muss den Beschluss noch genehmigen.