Leistungsfähig, aber teuer


Anzeige

Deutschland gibt im internationalen Vergleich mehr Geld für sein Gesundheitswesen aus als viele andere Länder. Das ist das Ergebnis der am 8. Dezember in Paris vorgestellten Vergleichsstudie "Gesundheit auf einen Blick" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Im Jahr 2007 entfielen danach 10,4 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung auf die Gesundheitsversorgung. Das sei nach den USA, Frankreich und der Schweiz der höchste Wert in der OECD. Besonders im Bereich der Verwaltungskosten hat Deutschland der Studie zufolge überdurchschnittlich hohe Ausgaben. Der Anteil der Verwaltungskosten an den Gesundheitsausgaben liege mit 5,7 Prozent deutlich höher als in den meisten anderen OECD-Ländern. Bei einem vergleichbaren Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttosozialprodukt machen in der Schweiz die Verwaltungskosten nur 4,8, in Österreich nur 3,8 Prozent aus. Weiterer Kostenfaktor ist die im Verhältnis zur Bevölkerung große Anzahl von Krankenhausbetten. Auf 1.000 Einwohner kommen in Deutschland den Angaben zufolge 5,7 Krankenhausbetten, im OECD-Schnitt sind es 3,8 Betten. Die Bruttoeinkommen der selbstständigen Allgemeinmediziner liegen nach Abzug der Praxiskosten beim 3,3-fachen des Durchschnittslohns. Das ist nach Großbritannien, Mexiko und den USA das höchste relative Einkommen in den 13 OECD-Ländern. Die Gesamtausgaben für Medikamente liegen der Studie zufolge kaufkraftbedingt um 17 Prozent über dem OECD-Schnitt. Die von den Krankenkassen finanzierten Kosten für Medikamente seien mit die höchsten in der OECD, hieß es. Mit 1,5 Allgemeinmedizinern je 1.000 Einwohner habe Deutschland eine deutlich höhere Ärztedichte als die OECD-Länder im Schnitt (0,9 Allgemeinmediziner). Mit 7,5 Arztbesuchen pro Jahr pro Einwohner gehen die Deutschen zwar etwas häufiger zum Arzt als im OECD-Mittel (6,8 Arztbesuche). Allerdings habe in Deutschland die Zahl der Arztbesuche so schnell zugenommen wie in fast keinem anderen OECD-Land, hieß es.