Forderung nach Risikoselektion


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Das Hautkrebs-Screening zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist in seiner jetzigen Form ineffizient. Das ist das Ergebnis eines Modellvorhabens des BKK Landesverbands Bayern. Der Verband schlägt daher vor, dass die Krebsfrüherkennungsrichtlinien zur Hautkrebsvorsorge geändert werden Seit Juli vergangenen Jahres haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Untersuchung zur Früherkennung von Hautkrebs. Doch rund ein Viertel der im Modellvorhaben histologisch bestätigten Hautkrebserkrankungen wurden den Angaben zufolge bei jüngeren Menschen gefunden. Zudem habe die Untersuchung mit rund 100.000 Personen gezeigt, dass ein Screening in kurzen Zeitintervallen bei Versicherten mit geringem Hautkrebsrisiko zur Überversorgung führe. Die Autoren der Hautkrebsstudie raten dazu, künftig ein Hautkrebsscreening mit Untersuchungen im Abstand von anderthalb Jahren für Risikogruppen ab einem Alter von 20 Jahren anzubieten. Für Patienten ohne erhöhtes Hautkrebsrisiko empfiehlt der Abschlussbericht ein sogenanntes Basis-Screening in größeren Zeitintervallen (alle 10 Jahre). Dabei fordert der Kassenverband auch, dass künftig nur noch Dermatologen, statt wie bisher auch Allgemeinmediziner, Praktiker und Internisten, die Untersuchungen vornehmen sollen. Die Rate an unterbliebenen oder falsch positiven Diagnosen sei bei den Spezialisten für Hautkrankheiten einfach niedriger. Für das Modellvorhaben wurden Untersuchungsergebnisse von 108.281 Menschen aus 397 Arztpraxen analysiert. 250 Pigmentveränderungen wurden als Melanom oder potenzieller Melanomvorläufer diagnostiziert. Hinzu kamen 93 Fälle von Stachelzellkrebs und 491 Basalzellkarzinome.