Diabetes wird zum volkswirtschaftlichen Problem


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In Deutschland leiden mehr als zehn Millionen Menschen an Diabetes. Die Krankheit werde damit zunehmend zum „dramatischen volkswirtschaftlichen Problem“, sagte Reinhart Hoffmann von der Deutschen Diabetes-Stiftung im Vorfeld des 18. Diabetes-Marktes am 23. Mai in Leipzig. Die Dunkelziffer sei wesentlich höher. Für die Behandlung der Diabetiker würden heute bereits jährlich 30 Milliarden Euro ausgegeben. Wegen der rasant steigenden Zahl von Betroffenen werden die Behandlungskosten Schätzungen zufolge im Jahr 2025 bei etwa 240 Milliarden Euro liegen, die heute die Gesamtkosten des Gesundheitssystems ausmachten. „Diabetes ist nicht spektakulär und wird überhaupt nicht richtig beachtet“, kritisierte Hoffmann. Seine Stiftung organisiert den Diabetes-Markt, der nach seinen Angaben einzigartig in Deutschland ist und nach 1996 zum zweiten Mal in Leipzig stattfindet. Rund 15 000 Besucher werden an diesem Tag in der Innenstadt erwartet, um sich über Diabetes-Prävention sowie bei Experten über die Behandlung dieser weit verbreiteten Krankheit zu informieren. „Ein Drittel der Bevölkerung läuft unaufhaltsam auf Diabetes zu“, sagte Hoffmann. Ungesunde Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel seien die häufigsten Ursachen, Herzinfarkte und Bluthochdruck oftmals Folgen der in vielen Fällen lange unentdeckten Krankheit. Der Direktor der Poliklinik für Kinder und Jugendliche, Wieland Kiess, sagte, immer mehr Minderjährige seien fettleibig und damit äußerst gefährdet für Diabetes. Allein in Leipzig seien zwölf Prozent der Kinder und Jugendlichen extrem übergewichtig. Ein Drittel davon habe bereits die Vorstufe von Diabetes Typ II.