Hepatitis C kann als Berufskrankheit anerkannt werde


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(14. 4. 09) Für Krankenschwestern und andere Berufstätige mit erhöhtem Infektionsrisiko ist Hepatitis C grundsätzlich als Berufskrankheit anzuerkennen. Das entschied vor Ostern das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel im Fall einer Krankenschwester aus München (Az: B 2 U 30/07 R). Nach einem weiteren Urteil müssen andere Arbeitnehmer dagegen nachweisen, dass sie sich tatsächlich bei der Arbeit infiziert haben (B 2 U 29/07 R). Die Krankenschwester hatte sich an einer Infusionsnadel verletzt und war danach an Hepatitis erkrankt. Der Bayerische Gemeindeunfallversicherungsverband lehnte eine Entschädigung mit der Begründung ab, der Patient sei gar nicht an Hepatitis erkrankt gewesen, sodass der Stich vermutlich gar nicht zu der Infektion geführt habe. Doch einen solchen Nachweis muss die Krankenschwester nicht führen, urteilte das BSG. Bei Arbeitnehmern in Gesundheitswesen, Wohlfahrt und Laboratorien mit erhöhtem Infektionsrisiko werde der Beruf gesetzlich als Ursache vermutet. Andersherum liegt es bei anderen Berufen, wie das BSG in einem weiteren Urteil entschied. Der Kläger arbeitete bei einer Catering-Firma in Franken. Beim Abräumen des Essens in einem Krankenhaus stach auch er sich an einer Nadel und erkrankte später an Hepatitis C. Dennoch habe er keinen Anspruch auf Unfallentschädigung, weil er nicht nachweisen konnte, dass der Stich die Krankheit verursacht hatte, urteilte das BSG.