Geringverdiener verzichten auf Arztbesuch


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(30. 1. 2009) Geringverdiener verzichten aufgrund der Praxisgebühr deutlich häufiger auf einen Arztbesuch als Wohlhabende – auch, wenn sie an langwierigen Krankheiten leiden. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung über die Auswirkungen der Gesundheitsreform 2004. Zwischen 2004 und 2006 befragte die Stiftung fast 8.000 Personen über die Vermeidung von Arztbesuchen. Während Besserverdiener mit einem verfügbaren Monatseinkommen über 2.400 Euro ihren Arztbesuch nicht von der Zuzahlung von zehn Euro abhängig machen, wirkt sich die Steuerungsfunktion der Gebührenzuzahlung deutlich bei Bevölkerungsschichten mit einem Einkommen bis 600 Euro aus, obwohl diese in der Regel häufiger und früher an chronischen Erkrankungen leiden. Die Begünstigungsklausel, welche Zuzahlungen für chronisch Kranke auf ein Prozent des Jahreseinkommens begrenzt, führt nicht zu einer signifikanten Minderung dieses Effekts, so die Studie.