GEK-Report: Deutsche gehen durchschnittlich 18 Mal im Jahr zum Arzt

(15. 1. 2009) Die Menschen in Deutschland gehen einer Studie zufolge immer häufiger zum Arzt. Im Schnitt suchten im Jahr 2007 täglich gut vier Prozent der Bevölkerung medizinische Hilfe. Montags waren es sogar fast acht Prozent, wie ein Report der Gmünder Ersatzkasse (GEK) zur ambulant-ärztlichen Versorgung ermittelte. Demnach stieg die Zahl der Praxisbesuche oder ärztlichen Hausbesuche pro Kopf in den vergangenen Jahren stetig an – auf fast 18 im Jahr. Das sei auch im internationalen Vergleich eine auffällig hohe Zahl. 2004 waren es nach den GEK-Versichertendaten durchschnittlich noch gut 16 Arztkontakte gewesen. Nur acht Prozent der Bevölkerung gingen der Hochrechnung zufolge das ganze Jahr über kein einziges Mal zum Arzt, vor allem Männer im Alter zwischen 20 und 44 Jahren. Junge Männer zwischen 20 und 25 konsultieren demnach am seltensten einen Mediziner, nämlich sieben bis acht Mal im Jahr – ihre Altersgenossinnen dagegen ungefähr doppelt so häufig. Bei Säuglingen und Kleinkindern zählt der Report ebenfalls im Schnitt rund 15 Arztkontakte pro Jahr, zum Lebensende hin ab einem Alter von 85 Jahren sind es dann durchschnittlich 40.
Auf die rund 137.000 niedergelassenen Ärzte in Deutschland bezogen, bedeuteten die Zahlen einen Patientenkontakt von 5,2 Millionen pro durchschnittlichem Werktag, erklärte GEK-Chef Rolf-Ulrich Schlenker. Ein Mediziner behandele demnach im statistischen Schnitt 38 Patienten pro Tag. Schlenker nannte dies ein „bedenkliches Bild“ und zog eine Verbindung zu knappen Beratungszeiten und hohen Verordnungsraten. Auch sei beunruhigend, dass mehr als die Hälfte der Patienten im Jahr vier oder mehr Ärzte konsultiert hätten. Dies belege, wie wichtig eine starke Lotsenfunktion des Hausarztes sei. Unnötige oder doppelte Untersuchungen gelte es zu vermeiden.