Ulla Schmidt: Thema Demenz stärker beachten

 (20. 1. 2009) Das Thema Demenz muss in die Mitte der Gesellschaft rücken, forderte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Demenzerkrankte hätten in der Öffentlichkeit noch nicht den Stellenwert, den sie wirklich bräuchten, erklärte Schmidt in Berlin.
Demenz ist die häufigste und folgenreichste psychiatrische Erkrankung im Alter. Rund eine Million Deutsche sind derzeit nach Angaben des Ministeriums an Demenz erkrankt. Bis 2030 sei damit zu rechnen, dass diese Zahl um die Hälfte ansteige. Umso wichtiger sei es, das Thema stärker in den Blick zu nehmen.
Ulla Schmidt hob das Engagement der Angehörigen in der Betreuung der Demenzkranken hervor. Ihre Fürsorge gehe oft über das hinaus, was Familien eigentlich leisten können. Zudem zog Schmidt eine positive Zwischenbilanz der vor fast zehn Monaten gestarteten 29 „Leuchtturmprojekte“ für die Versorgung Demenzkranker. Ziel dieses Projektes ist es, aus den vorhandenen Versorgungsangeboten die besten zu identifizieren und weiterzuentwickeln. Zudem sollen Defizitie bei der Umsetzung einer evidenzbasierten pflegerischen medizinischen Versorgung der demenziell Erkrankten beseitigt und die an der Versorgung beteiligten Personen zielgruppenspezifisch qualifiziert werden.
Für die Modellprojekte stellt das Ministerium im Rahmen einer zweijährigen Förderung 13 Millionen Euro zur Verfügung: „Nicht die Qualität ist teuer, sondern die Nichtqualität“, erklärte die Ministerin. Schmidt forderte eine stärkere Vernetzung der Akteure bei der Versorgung Demenzkranker vor Ort an. Sie sehe noch nicht, dass die seit Jahresbeginn vorgesehenen Hilfen für Betroffene oder Angehörige durch sogenannte Casemanager überall in der Republik umgesetzt würden. Deren Tätigkeit soll dazu beitragen, die Interessen der Patienten mehr in den Blick zu nehmen. Kassen und Fachleute müssten dabei stärker zusammenarbeiten, so Schmidt.