Mehr Hautkrebs-Erkrankungen

(5.8.08) Ungeachtet vieler Mittel zum Sonnenschutz erkranken immer mehr Menschen am gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Jedes Jahr kommen in Deutschland etwa 22 000 Neuerkrankungen hinzu, sagte Martin Kaatz von der Hautklinik des Universitätsklinikums Jena im Gespräch mit der dpa. "Die Zahl steigt jährlich um etwa drei Prozent." Allein in der Bundesrepublik sterben nach seinen Angaben etwa 2300 Menschen pro Jahr an dem bösartigen Tumor. Grund für den Anstieg seien vor allem Veränderungen im Freizeitverhalten sowie die steigende Lebenserwartung der Menschen. "Heutzutage setzen sich die Menschen viel stärker der Sonne aus als früher", erklärte Kaatz. So würden bei Urlaubsreisen in südliche Länder intensive Sonnenbäder genossen. Doch darauf sei die Haut der Mitteleuropäer nicht eingestellt. "Viele Menschen wiegen sich mit Sonnencreme in Sicherheit", sagte der Oberarzt. Doch dies sei trügerisch. "Denn dadurch setzten sie sich oft viel länger als normal der starken Sonnenstrahlung aus. "Es konnte nie hundertprozentig nachgewiesen werden, dass Sonnencreme vor einem Melanom schützt." In den Mittagsstunden sollte sich hierzulande niemand der prallen Sonne aussetzen, in südlichen Ländern sollte das in der Zeit von 10 bis 16 Uhr tabu sein. Besser als Sonnencreme sei spezielle UV-Schutzkleidung. "Je dichter und dunkler der Stoff ist, desto besser." Besonders wichtig sei der Schutz bei Kindern und Jugendlichen. Denn bei Menschen, deren Haut in jungen Jahren stark der Sonne ausgesetzt ist, sei das Hautkrebsrisiko besonders hoch. "Je eher der Hautkrebs entdeckt und operiert wird, desto besser sind die Heilungschancen", sagte der Hautarzt. Der Hautcheck sei derzeit von 35 Jahren an im Programm der gesetzlichen Krankenkassen vorgesehen. Am häufigsten trete der schwarze Hautkrebs im Alter von 50 bis 60 Jahren auf.