Krankenkassen tiefer im Minus

(4.6.08) Die gesetzlichen Krankenkassen sind vor allem wegen gestiegener Arzneimittelausgaben wieder tiefer ins Minus gerutscht. In den ersten drei Monaten des Jahres verbuchten sie nach vorläufigen Zahlen ein Defizit von 1,07 Milliarden Euro nach einem Minus von 0,7 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Das Bundesgesundheitsministerium sprach von einem „jahreszeitlich durchaus üblichen“ Defizit. Für das Gesamtjahr 2008 seien die Voraussetzungen dafür gegeben, dass die gesetzlichen Krankenkassen nach Überschüssen in den vergangenen vier Jahren „zumindest wieder ein annähernd ausgeglichenes Finanzergebnis“ erzielen könnten.

Einzelne Ausgabenbereiche, insbesondere bei Arzneimitteln, böten Anlass zur Sorge, erklärte das Ministerium weiter. Es forderte alle Akteure auf, „ihre Verantwortung für wirtschaftliche Verordnungen stärker als bisher wahrzunehmen“. Die Ausgaben für Arzneimittel ohne Impfkosten seien im ersten Quartal je Mitglied um 5,2 Prozent gestiegen. „Eine wirksame Steuerung der Arzneimittelausgaben darf sich allerdings nicht auf die erfolgreiche Ausschöpfung von Preissenkungsspielräumen beschränken“, mahnte das Ministerium. Die Krankenhausausgaben kletterten im ersten Quartal 2008 um 2,8 Prozent je Mitglied und damit deutlich stärker als im Vorjahreszeitraum. Im Bereich Hilfsmittel stiegen die Ausgaben von 1,067 auf 1,128 Milliarden Euro an (+ 5,7%), im Bereich Heilmittel lag der Anstieg bei 4,2 Prozent (2007: 0,842 Mill. , 2008: 0,878 Mill.).

2008 ausgeglichenes Ergebnis erhofft 2007 erzielten die Kassen unterm Strich einen Überschuss von 1,73 Milliarden Euro. Zwischen Januar und März 2008 verbuchten sie den Angaben zufolge Einnahmen von rund 37,94 Milliarden Euro und Ausgaben von 39,01 Milliarden Euro. Wie jedes Jahr enthielten die Zahlen keine Beiträge aus Einmalzahlungen, hieß es. Zudem sei der Bundeszuschuss von 2,5 Milliarden Euro, der den Krankenkassen in zwei Tranchen zum 1. Mai und 1. November zufließt, in den Quartalsdaten noch nicht enthalten. Der weit überwiegende Teil der Krankenkassen habe bereits Ende 2007 wieder über positive Finanzreserven verfügt. "Insofern besteht die berechtigte Erwartung, dass pünktlich zum Start des Gesundheitsfonds zur Jahreswende 2008/2009 alle Krankenkassen entschuldet sein können", erklärte das Ministerium.