Diabetes Typ 2 wäre durch Prävention vermeidbar

(6.5.08) Bis zu 90 Prozent aller Erkrankungen an Diabetes Typ 2 ließen sich durch Präventionsmaßnahmen verhindern. Darauf weist Professor Dr. med. Hans Hauner zum Auftakt der 43. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) hin. Im Gegensatz dazu steigt die Zahl der Erkrankten in allen Altersgruppen. Derzeit sind rund sieben Millionen Bundesbürger von Diabetes betroffen – 90 Prozent davon leiden an Diabetes Typ 2. Die Zahl der Menschen mit dieser Krankheit wächst pro Jahr um rund 300000. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, einen Diabetes Typ 2 zu entwickeln. Bereits heute ist fast jeder Dritte über 70-jährige davon betroffen. Das größte Problem sind die Folgeerkrankungen, zu denen Diabetes beispielsweise an den Augen, Nieren oder Füßen führen kann. Sie verursachen neben persönlichem Leid und eingeschränkter Lebensqualität auch hohe finanzielle Ausgaben im Gesundheitswesen: „Diabetes mellitus ist heute mit circa 18 Milliarden Euro Kosten die teuerste chronische Erkrankung in Deutschland. Davon entfallen drei Viertel der Kosten auf die Behandlung von Folgeerkrankungen“, betont Professor Hauner. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Zahl der Neuerkrankungen zu senken und durch qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten mit Diabetes Typ 2 Folgeerkrankungen zu vermeiden. „Dazu ist ein flächendeckendes, krankenkassenübergreifendes Konzept zur Prävention erforderlich wie es beispielsweise in den skandinavischen Ländern etabliert ist“, fordert Professor Hauner. Prävention sollte schon in Kindergarten und Schule beginnen, so dass eine Präventionskultur entstehe. Doch der Staat müsse auch Anreize zur Prävention bieten. Um Folgeerkrankungen des Diabetes Typ 2 zu vermeiden und die Behandlungsqualität zu verbessern, hat die Bundesregierung 2001 ein sogenanntes „Disease Management Programm“ (DMP) ins Leben gerufen. Mittlerweile sind dort 2,5 Millionen Menschen eingeschrieben. Sieben Jahre nach dessen Start liegen zur Wirksamkeit des DMP bei Menschen mit Diabetes Typ 2 kaum Daten vor.