Kommunikation ist mehr, als miteinander zu sprechen

Foto: contrastwerkstatt/Adobe Stock
Foto: contrastwerkstatt/Adobe Stock

Anzeige
Eigenanzeige Podotrainer mobil

In ihrer Antrittsvorlesung als Leiterin der Ernsting‘s family-Stiftungsprofessur Mikrosoziologie an der FernUniversität in Hagen erläutete Dr. Dorett Funcke, was menschliche Kommunikation ausmacht.

„Wir alle haben schon erlebt, was schiefgehen kann, wenn wir kommunizieren – nicht nur, weil wir ‚aneinander vorbeireden‘. Kommunikation ist viel mehr, als nur miteinander zu sprechen“, sagt Funcke. „Für die heutige Soziologie ist sie ein Schlüsselbegriff. Es geht darum, wie wir uns über kommunikative Prozesse austauschen und welchen Regeln sie folgt.“

In ihrer Antrittsvorlesung führte sie mit ihrem Vortrag und mit Ausschnitten aus Spielfilmen in die Perspektive ihres Fachs auf die Kommunikation ein. Beispiele „aus dem Leben“ zeigten, wie Kommunikation soziologisch erklärt und gestaltet werden kann.

Kommunikation ist umfassend und folgt Regeln

So erläuterte die Soziologin, was menschliche Kommunikation ausmacht und zeigte, dass das, was dabei passiert, alles andere als zufällig, beliebig oder bloß „individuell“ ist, sondern durch Regeln strukturiert wird.

Ein Beispiel: Zwei Menschen treffen sich zufällig, etwa in einem Café. Sie interessieren sich füreinander, nehmen durch symbolische Handlungen wie intensive Blicke, Mimik und Körperhaltung Kontakt auf und zeigen ihr Interesse. Am Ende eines gelungenen kommunikativen Prozesses könnte eine Heirat stehen.

„Dabei lässt sich eine Vielzahl an Regeln ausmachen, die – unbewusst wie bewusst – eine solche kommunikative Wechselbeziehung mit ganz eigenen Gesetzlichkeiten oder Gesetzmäßigkeiten entstehen lässt.“ Es geht es um mehr als persönliche Motive und Absichten. Unter anderem ging Funcke auch der Frage nach, was diese kommunikative Beziehung mit den Menschen macht, die sie selbst erzeugt haben.

Beziehungen und Kommunikation im Fokus

Prof. Dr. Michael Stoiber, CFO der Ernsting's family-Unternehmensgruppe, hob hervor, dass Dorett Funcke bereits im Zusammenhang mit ihrer Promotion die Familien- und Paarsoziologie als Schwerpunkt für sich entdeckt hatte. Hinzu kommt bei ihr die Klinische Soziologie, also etwa Arzt-Patienten-Beziehungen. In diesem Bereich betrieb sie auch Feldforschung, beschäftigte sich mit der öffentlichen Drogen- und Kneipenszene in Zürich. Dies zeige, „was Frau Funcke antreibt, nämlich die Gegenstände in der Realität, Familien, Paare – etwas, was eben greifbar ist“. Dabei gehe es ihr auch um Wissenstransfer in die Gesellschaft: „Genau das, was wir hier heute in der BürgerUniversität haben.“ In den neun Jahren an der FernUniversität habe sie ihr mikrosoziologisches Forschungsprofil mit dem Kern „Familiensoziologie“ weiterentwickelt, zunächst für sechs Jahre als Leiterin der Ernsting´s family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften.

Eröffnet wurde die von der Coesfelder Musikschule umrahmte Festveranstaltung mit Grußworten des Prodekans der FernUni-Fakultät KSW, Prof. Dr. Michael Stoiber, des CFO der Ernsting's family-Unternehmensgruppe, Horst Beeck, und der Bürgermeisterin der Stadt Coesfeld, Eliza Diekmann.

 

Quelle: FernUniversität in Hagen | Redaktion: Cornelia Meier