Wissenswertes über Kinderfüße

Foto: Andrey Volokhatiuk/Adobe Stock
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Beginnen Kinder zu laufen, ist das immer ein Highlight für deren Eltern. Der Weg hin zu den ersten selbstständigen Schritten dauert einige Zeit – schließlich muss zunächst die notwendige Muskulatur ausgebildet werden. Diese Entwicklung sollte bestenfalls von den Eltern positiv beeinflusst werden, sodass die wachsenden Füße gesund bleiben und gestärkt werden. Welche Fakten Eltern über die Füße ihrer Kinder wissen und worauf sie beim Schuhkauf achten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Kinderfüße – Ein Wunder der Natur

Bereits nach der Geburt sind Kinderfüße ein wahres Wunder der Natur. Die komplexe Struktur der Füße wird von 26 Knochen, 33 Gelenken und über 100 Bändern zusammengehalten. Und auch wenn die Muskulatur natürlich zunächst noch nicht ausreichend ausgeprägt ist, sind es in den Füßen 20 Muskeln mit den dazugehörigen, starken Sehnen, welche die kindlichen Bewegungen ermöglichen und später für einen festen Stand sorgen. Durch die kindlichen Bewegungen, vor allem durch das Strampeln und später das Krabbeln, wird die Muskulatur nach und nach entwickelt und gestärkt, damit die Kinder nach einigen Monaten lernen, aufzustehen und zu laufen. Selbstverständlich muss die Muskulatur auch danach stetig weiter gestärkt werden, schließlich dauert es ungefähr bis zum 10. Lebensjahr, bis der Fuß samt Fußgewölben vollständig entwickelt ist.

Wie können Eltern ihre Kinder bei der Entwicklung der Füße unterstützen?

Für Eltern sollte es stets wichtig sein, schon Babyfüße zu aktiver Bewegung anzuregen. Dazu dienen beispielsweise Greifspiele, bei denen die Kleinen ihre Füße nutzen müssen. Und wenn die Kinder Schuhe benötigen, weil es ohne beispielsweise im Winter zu kalt wäre, sind weiche Lauflernschuhe oder Barfußschuhe stets zu bevorzugen. Sie schützen die Füße und ermöglichen sie den kleinen Füßen dennoch ausreichend Bewegung – die Füße sind darin nicht „eingesperrt“. Solange aber keine Schuhe nötig sind, sollten die Kleinen sich möglichst häufig barfuß im weichen Sand oder auf Wiesen bewegen. Das gilt nicht nur für Kleinkinder, sondern auch für Schulkinder, denn das fördert die natürliche Entwicklung und Kräftigung der Fußgewölbe, die später den erwachsenen Fuß stützen. Auf diese Weise können die Eltern die Entwicklung der Muskulatur im Kindesalter positiv beeinflussen.

Was behindert die Entwicklung der Kinderfüße?

In der Regel sind alle Babyfüße zunächst vollkommen gesund. Und dennoch benötigen sehr viele Kinder später Einlagen. Warum ist das so? Das kann viele Ursachen haben: Die Kinder haben sich beispielsweise oft im frühen Alter schon nicht genug bewegt und die Muskulatur wurde daher nicht richtig ausgeprägt. Oder sie sind schon früh übergewichtig und entwickeln auf diese Weise bestimmte Fehlstellungen der Füße, die früher oder später behandelt werden müssen. Manchmal gibt es natürlich auch erbliche Vorbelastungen, welche erst während des Wachstums entdeckt werden. Eine der häufigsten Ursache ist jedoch, dass sie bereits sehr früh falsches Schuhwerk getragen haben, das nicht ausreichend Bewegung ermöglichte, weil es etwa zu eng, zu fest oder zu starr war.

Was können Eltern in dieser Hinsicht falsch machen?

In erster Linie machen Eltern diesen einen großen Fehler: Sie sparen am Schuhwerk ihrer Kinder, weil Kinderfüße nun mal schnell wachsen und die Schuhe nur wenige Monate oder gar nur Wochen getragen werden. Häufig ist es auch Nachlässigkeit, weil die Eltern zu selten kontrollieren, ob die Schuhe noch passen. Kinderfüße sind extrem formbar, weshalb der Nachwuchs selbst oft nicht merkt, dass die Schuhe ihm gar nicht mehr passen. Die Schuhe sind also zu groß oder zu klein, drücken oder engen ein und verformen so die Füße. Natürlich sind Schuhe nicht billig, das ist für viele Familien kein leichtes Thema, aber gute Schuhe gehören zu den wichtigsten Dingen, die uns ein Leben lang beeinflussen können - positiv wie negativ. Trägt ein Kind gute Schuhe, können oftmals spätere Behandlungen wegen etwaigen Fehlstellungen vermieden werden.

Zudem ist, wie bereits genannt, auch die Bewegung ganz besonders wichtig. Auch hier sind die Eltern in der Pflicht und müssen aktiv dafür sorgen, dass sich ihre Kinder genügend bewegen, weil dadurch frühzeitig die nötige Muskulatur gestärkt wird. Am besten geeignet ist gemeinsame Bewegung, die schadet Erwachsenen nämlich auch keineswegs.

Sind Schuhe für Babys sinnvoll und worauf sollte dabei geachtet werden?

Wie bereits erwähnt sind Schuhe im Winter natürlich angebracht, damit die Babyfüße nicht frieren. Diese sollten dann jedoch unbedingt weich und flexibel sein und Bewegung der Füße im Schuh zulassen. Ansonsten ist das Barfußlaufen immer zu präferieren. Zu Hause, sollte der Boden rutschig sein, eignen sich natürlich auch Antirutschsocken. Von zu festen Schuhen ist aber in jedem Fall abzuraten, vor allem für die ganz kleinen Kinder. Je jünger, desto weicher die Schuhe.

Grundsätzlich sollen Kinderschuhe weder zu eng noch zu groß sein, damit die Füße Platz haben, aber nicht darin umher rutschen und das Kind nicht deswegen stolpert. Da Babys noch gerne krallen, müssen die Eltern verstärkt darauf achten, dass die Zehen immer genug Platz haben. Sobald die Kinder laufen können und Winterschuhe brauchen, ist natürlich darauf Wert zu legen, dass diese wasserdicht und gefüttert sind. Kinder springen bekanntermaßen gerne in jede Pfütze, das muss der Schuh mitmachen und den Fuß zuverlässig vor Nässe schützen. Wasserabweisend reicht hier nicht. Zudem müssen die Schuhe unbedingt warm genug sein, damit die Füße nicht kalt werden und der Körper nicht auskühlt. Gleichzeitig soll der Kinderfuß aber auch nicht im Schuh oder Stiefel schwitzen, denn feuchte Füße frieren schneller, wenn es wieder raus in die Kälte geht. All das sollte bereits beim Schuhkauf unbedingt beachtet werden. Eine Beratung im Fachgeschäft, bei der die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Modelle angesprochen werden, erleichtern den Eltern die Auswahl.

Fazit

Natürlich entwickeln sich Kinderfüße nur dann gesund, wenn die Bedingungen günstig sind und die Kleinen ausreichend Bewegung haben. Meistens treten auch erst Probleme auf, wenn die Füße ausgewachsen sind und es zu Über- oder Ausgleichsbelastungen kommt. Aber auch die günstigen Bedingungen sind leider keine Garantie für ein Leben ohne Fußprobleme, das muss fairerweise erwähnt werden. Frauen haben beispielsweise oft schon früh einen Hallux-Großzeh, der auch erblich bedingt sein kann. Dennoch liegt es in der Hand der Eltern die Fußentwicklung ihrer Kinder bis zu einem gewissen Maß positiv zu beeinflussen, weshalb sie alles Wichtige dazu wissen sollten.

 

Foto: Marco VathkeÜber den Autor
Marco Vathke ist Orthopädieschuhtechniker und Entwickler der GreenFeet Schuheinlagen. In über 25 Berufsjahren hat er sich Know-how rund um den Themenbereich „Füße, Schuhe, Einlagen“ angeeignet, das er seit 2013 in die GreenFeet Schuheinlagen einfließen lässt. Mit zertifizierten Produkten fertigt seine Manufaktur 90 Prozent der GreenFeet Sohlen in Deutschland von Hand. Neben der Führung seines Einlagen-Shops ist Marco Vathke als Autor tätig und teilt sein Wissen unter anderem auf YouTube, auf seinem Blog und in diversen Online- und Printmedien.
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