Notruf europaweit unter 112

(12. 2. 2008) Nur etwa jeder fünfte EU-Bürger weiß, dass er unter der Rufnummer 112 in der gesamten Europäischen Union den Rettungsdienst alarmieren kann. Mit diversen Aktionen in mehreren europäischen Städten, darunter Stuttgart und Brüssel, wurde daher am Montag auf dem ersten europäischen Notruftag auf die Bedeutung der einheitlichen Notrufnummer aufmerksam gemacht.
Der Beschluss, in allen EU-Ländern eine einzige Notrufnummer einzurichten und die Bürger hierüber zu informieren, fiel bereits vor 17 Jahren. Vor allem Auslandsreisende sollten es leichter haben, im Notfall den Rettungsdienst zu alarmieren. Die EU-Staaten müssen gewährleisten, dass die 112 sowohl vom Festnetz aus als auch über Mobiltelefone jederzeit kostenlos erreichbar ist.

Mit Ausnahme von Bulgarien ist dies bereits überall in der EU möglich. 2003 verpflichtete die EU die Telekom­mu­ni­kationsbetreiber zudem dazu, den Rettungsdiensten Informationen zum Standort des Anrufers zu übermitteln, um Notfallpatienten möglichst schnell orten zu können. In Italien, Litauen, den Niederlanden, Polen, Rumänien und der Slowakei funktioniert die Anruferlokalisierung allerdings noch nicht.

Der am Montag erstmals veranstaltete europäische Notruftag geht auf eine Initiative des Europäischen Parlaments zurück. Im September vergangenen Jahres riefen 512 Europaabgeordnete unterstützt von der Europäischen Notrufvereinigung EENA dazu auf, weiterhin bestehende Probleme bei der Anwendung der einheitlichen Notrufnummer zu beseitigen und das Informationsangebot für die Bürger zu verbessern. So gaben beispielsweise lediglich acht Prozent der deutschen Bevölkerung in einer von der Europäischen Kommission veröffentlichten Umfrage an, in den vergangenen 12 Monaten über den europäischen Notruf informiert worden zu sein.