Auch kleine Verletzungen steigern Thromboserisiko

(17. 1. 2008) Muskelfaser gerissen oder Fuß verstaucht – bei diesen kleineren Beinverletzungen erhöht sich das Risiko, in den Monaten darauf an einem Blutgerinnsel in den Beinen zu erkranken, meldet das Magazin Medical Tribune in seinem Newsletter und beruft sich dabei auf die  Forschungsergebnisse niederländischer Wissenschaftler.
Bereits kleinere Verletzungen am Bein könnten unangenehme Folgen haben. So erhöhe beispielsweise schon ein verstauchter Fuß das Risiko, eine Thrombose zu bekommen um das Dreifache, schreiben Karlijn J. van Stralen und seine Kollegen von der Universität Leiden im Fachmagazin Archives of Internal Medicine (2007, 168; 21-26).

Die Wissenschaftler fanden anhand von standardisierten Fragebögen heraus, dass rund 2500 Thrombosepatienten in den letzten Monaten vor dem Auftreten des Blutgerinnsels im Bein häufiger an kleineren Verletzungen an Bein und Fuß litten als die 3500 Personen umfassende Vergleichsgruppe ohne Thrombose.

„Kleinere Verletzungen erfordern weder eine Operation noch einen Gipsverband oder ausgedehnte Bettruhe“, schreiben die Autoren. Doch trotzdem können sie zu weniger Bewegung führen. Auch bei der Verletzung in Mitleidenschaft gezogene Blutgefäße verstärken das Risiko von Blutgerinnseln. „Weil kleinere Verletzungen sehr verbreitet sind, können sie ein wesentlicher Faktor für das Auftreten von venösen Thrombosen sein“, so die Wissenschaftler. Allerdings normalisiere sich das gesteigerte Thromboserisiko etwa zehn Wochen nach der Verletzung wieder, so die Wissenschaftler.