Krankenkassen: Defizit im ersten Halbjahr

(2. 11. 08) Ein Defizit von rund 940 Millionen Euro hat die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im ersten Halbjahr 2008 erwirtschaftet. In den Monaten Januar bis Juni erzielten die Krankenkassen Einnahmen von rund 78,30 Milliarden Euro. Die Ausgaben lagen bei 79,24 Milliarden Euro. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am 2. September mit. Das Ministerium rechnet dennoch mit einem „annähernd ausgeglichenen Finanzergebnis“ im Gesamtjahr 2008. Grund dafür ist im Wesentlichen das Weihnachtsgeld, das der GKV im zweiten Halbjahr zusätzliche Einnahmen beschert. „Damit sind alle Voraussetzungen dafür gegeben, dass die GKV nach Überschüssen in den letzten vier Jahren auch in diesem Jahr keine roten Zahlen schreiben wird und die Entschuldung der Kassen erfolgreich abgeschlossen werden kann“, hieß es aus dem Ministerium. Die Krankenkassen schlossen sich dieser Einschätzung an, sprachen aber erneut von einer starken Beitragssteigerung für 2009. Sie sehe eine „deutliche 15 vor dem Komma“, wenn Anfang November erstmals der einheitliche Beitragssatz in der Gesetzlichen Krankenversicherung festgelegt werde, sagte die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer. Derzeit liegt der durchschnittliche Beitragssatz bei 14,92 Prozent. Davon werden 0,9 Prozentpunkte von den Arbeitnehmern allein bezahlt. Pfeiffer: „Weil Ärzte und Politik die Arzthonorare hochgetrieben haben, die Arzneimittelausgaben steigen und die Krankenhäuser im kommenden Jahr mehr Geld bekommen, müssen wir für 2009 mit einem Einheitsbeitrag rechnen, der höher als der heutige Durchschnittsbeitrag sein wird.“ Die Ausgaben der Kassen sind im 1. Halbjahr 2008 um 4,5 Prozent je Mitglied gestiegen. Einen Anteil daran haben die Arzneimittelausgaben, die ohne Impfkosten um 5,7 Prozent gegenüber 2007 gestiegen sind. Der Anstieg bei den Krankenhausausgaben lag im 1. Halbjahr 2008 bei 3,0 Prozent je Mitglied. Die Ausgaben für ambulante ärztliche Behandlung stiegen um 3,5 Prozent.