Diabetes Typ 2 bei Kindern und Jugendlichen häufig unentdeckt

(14. 12. 2007) In Deutschland gibt es eine hohe Anzahl von übergewichtigen Kindern und Jugendlichen. Die Folgen sind immer jüngere Menschen mit Gefäßerkrankungen, Stoffwechselstörungen oder Diabetes mellitus Typ 2. Experten der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) vermuten eine große Dunkelziffer bei Kindern und Jugendlichen, die unentdeckt an Diabetes Typ 2 erkrankt sind. Angesichts der Folgen eines unbehandelten Diabetes sei es sinnvoll, alle Kinder und Jugendliche mit starkem Übergewicht auf Diabetes zu testen.

Etwa 400 Kinder und Jugendliche mit einem diagnostizierten Diabetes Typ 2 sind in Deutschland in ärztlicher Behandlung. Die Symptome von Diabetes Typ 1 wie Durst, Heißhunger, Harndrang und Gewichtsverlust fehlen bei Diabetes Typ 2. Deshalb erfolgte die Diagnose bei den meisten Erkrankten nicht gezielt, sondern nach einem Screening. „In Deutschland gibt es etwa 330 000 adipöse Jugendliche. Basierend auf der Prävalenz des Diabetes Typ 2 von etwa einem Prozent, wären etwa 3300 Erkrankte zu erwarten“, meint PD Dr. med. Thomas Reinehr, Vestische Kinder- und Jugendklinik, Universität Witten / Herdecke. Dies bedeute, dass nur jeder zehnte Erkrankte bekannt sei.

Reinehr stellt in einer aktuellen Veröffentlichung Ergebnisse von 382 Teilnehmern der Adipositasschulung „Obeldicks“ vor. Die Untersuchungen zeigen nicht nur das Diabetes-Risiko von adipösen Kindern und Jugendlichen. Im Vergleich zu Normalgewichtigen haben sie auch ein deutlich erhöhtes Risiko für frühzeitige Gefäßerkrankungen. Erste Vorstufen sind beispielsweise in Ultraschalluntersuchungen der Halsschlagadern erkennbar. Um die gesundheitlichen Risiken dieser Kinder und Jugendlichen zu senken – so die Schlussfolgerungen aus der Untersuchung – müssen sie langfristig ihre Ernährung umstellen, sich mehr bewegen und Gewicht reduzieren.