E-Rezept: Testphase wird verlängert

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Die Einführung des elektronischen Rezepts (E-Rezept) in Arztpraxen und Kliniken, die für Januar geplant war, wird verschoben. Das Bundesministerium für Gesundheit hat in einem Schreiben an die Gematik darauf hingewiesen, dass die erforderlichen technischen Systeme noch nicht flächendeckend zur Verfügung stünden. Die Testphase soll verlängert und der Testbetrieb ausgeweitet werden.

Eigentlich war geplant, dass Ärzte ab Januar elektronische Rezepte ausstellen müssen. In der Testphase kam es jedoch mehrfach dazu, dass E-Rezepte nicht erfolgreich eingelöst beziehungsweise nicht mit den Krankenkassen abgerechnet werden konnten. Zudem haben in der bisherigen Testphase weitaus weniger Verordnungen als geplant die komplette Prozesskette durchlaufen. Mehrere Spitzenorganisationen von Apothekern, Ärzten und Kliniken hatten vor einer verfrühten Einführung des E-Rezepts bei einer nicht ausreichend getesteten Infrastruktur gewarnt. Nun hat das Bundesgesundheitsministerium in einem Schreiben an die gematik erklärt, dass es die Voraussetzungen für eine sichere flächendeckende Einführung Anfang Januar nicht gegeben sieht. Die bisher durchgeführten Feldtests zur Erprobung des E-Rezepts reichen nicht aus, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Die Gematik kündigt an, dass die verlängerte Testphase genutzt werden soll, um die Anzahl der Teilnehmenden an den Tests zu erhöhen, Updates aufzuspielen, die nötige Software zu installieren, das Personal zu schulen und die Stabilität des Zusammenwirkens der einzelnen erforderlichen Komponenten intensiv zu prüfen. In diesem Zeitraum könne außerhalb der kontrollierten Testphase wie gewohnt das Muster 16-Formular („rosa Zettel“) eingesetzt werden.

Ab Januar würden die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) laufend Updates zum Ausstattungsgrad der Apotheken, Praxen und Krankenhäuser geben.

Die Gematik mahnte an, dass mit der bundesweiten Öffnung der Testphase im Dezember 2021 alle Akteure gefordert seien, sich intensiv zu beteiligen. Alle Praxis- und Apothekenverwaltungssysteme sowie Krankenhausinformationssysteme sollten zügig die Testung aufnehmen. Alle Krankenkassen seien bereits in der Lage, E-Rezepte zu empfangen. Sobald bestimmte Qualitätskriterien erfüllt seien, soll der flächendeckende Rollout in einem noch festzulegenden Verfahren erfolgen.

 

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit (BMG) | Cornelia Meier