Panaritium beim Säugling

Foto: Renate Wolansky

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[Abo] Nagelbettentzündungen sind keine Frage des Alters. Auch bei Babys können sie auftreten, wie das Fallbeispiel zeigt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bei einer Nagelbettentzündung (Panaritium) handelt es sich um eine eitrige Entzündung an Zehen oder Fingern. Dabei dringen Mikroorganismen infolge kleinster Hauteinrisse oder bei größeren Verletzungen im Nagelwall oder Nagelfalz ein, wodurch es zur Infektion kommen kann. Auslöser sind vor allem Bakterien wie Staphylokokken oder Streptokokken, seltener andere Bakterien. Des Weiteren kommen als Ursache Pilze und – seltener – Viren infrage. Panaritien betreffen sowohl Erwachsene als auch Kinder und sogar Babys.Kleine Kinder und Babys sind sogar relativ häufig von einer Nagelbettentzündung betroffen, denn sie verletzen sich beim Greifen und Spielen schnell die Nagelhaut und den Nagelfalz. Zudem ist es nicht leicht, einem Baby die Finger- und Fußnägel richtig zu schneiden. Wenn das Kind an den Nägeln kaut, sind auch Infektionen an den Fingernägeln wahrscheinlich, da Keime durch winzige Risse in die Haut eindringen können. Begünstigt wird dies durch die Tatsache, dass Babys noch keine so starke Immunabwehr besitzen.
 
Das Immunsystem von Säuglingen
Das fetale Immunsystem entwickelt sich schon in der frühen Schwangerschaft vom Knochenmark und Thymus (hinter dem Brustbein gelegene Wachstumsdrüse, die sich nach dem Kindesalter zurückbildet) aus. Zusätzlich gelangen mütterliche Antigene (IgG) über die Plazenta einige Wochen vor der Geburt zum Fötus. Allerdings ist beim Neugeborenen das Immunsystem noch nicht voll entwickelt. Beim Stillen erfolgt durch die Muttermilch eine Übertragung von Antikörpern (IgA), die einen weiteren Schutz vor Mikroorganismen, die Darmkrankheiten auslösen, bewirken. Etwa drei Monate nach der Geburt entwickelt sich das kindliche Immunsystem durch Kontakt mit Mikroorganismen weiter. Der sogenannte „Nestschutz“ gegen einige Infektionskrankheiten besteht etwa fünf bis sechs Monate nach der Geburt fort. Der Unterschied zwischen dem Immunsystem eines Erwachsenen und eines Säuglings besteht weniger in der Quantität der Immunzellen, sondern mehr in der Qualität. Durch die eingeschränkte Schutzwirkung gegen Bakterien kann beim Säugling schon bei kleinsten Rissen an Zehen oder Fingern ein Panaritium entstehen. 
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