Studie: Junge Bundesbürger wollen Gesundheit als eigenes Schulfach

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84 Prozent der jungen Erwachsenen wünschen sich, dass Gesundheit als eigenes Fach in der Schule unterrichtet werden soll. Das zeigt die Studie „Zukunft Gesundheit 2021" der vivida bkk und der Stiftung „Die Gesundarbeiter“. Für die Studie wurden 1.058 Bundesbürger zwischen 14 und 34 Jahren befragt.

Seit Jahren wird in Deutschland über ein Unterrichtsfach Gesundheit diskutiert – bislang ohne Erfolg. Jetzt fordert die große Mehrheit der jungen Erwachsenen, dass die Grundlagen für ein gesundes Leben nicht nur privat, sondern auch in der Schule gelegt werden müssen. „Bislang tauchen Gesundheitsthemen in den Lehrplänen nur sporadisch in bestimmten Klassenstufen auf, meist in Fächern wie Biologie oder Sport“, sagt Dr. Tanja Katrin Hantke, Gesundheitsexpertin der vivida bkk. „Doch es fehlt eine konsequente altersgerechte Beschäftigung mit dem Thema Gesundheit durch alle Jahrgangsstufen hindurch.“

Schüler fühlen sich zu wenig informiert

Falsche Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsmangel, übermäßiger Medienkonsum sowie Probleme in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Familie würden heute zum Alltag vieler Jugendlicher und junger Erwachsener gehören. Das beeinträchtigt ihre Gesundheit. 62 Prozent der 14- bis 17-Jährigen haben daher ein Bedürfnis, auch in der Schule über Gesundheitsthemen informiert zu werden.

Gesundheit wird erst bei Beschwerden interessant

„In Kindheit und Jugend werden die Grundlagen für ein gesundes Leben gelegt. Hier müssen junge Menschen mit regelmäßigen Impulsen und professionellen Anleitungen unterstützt werden, die Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen“, erklärt Hantke. Drei Viertel der Schüler würden sich gerne gesünder ernähren und mehr Sport treiben. Doch Schüler und junge Erwachsene wissen zu wenig über Gesundheit.

Bislang informiert sich nicht einmal die Hälfte der Schüler vorbeugend über Gesundheitsthemen und Krankheiten, zeigt die Studie. Für 76 Prozent von ihnen werden Gesundheitsthemen heute erst relevant, wenn sie Beschwerden haben oder bereits erkrankt sind. Zudem nutzen junge Erwachsene vor allem Google: Drei Viertel recherchieren online nach Gesundheitsthemen - und stehen mit den Suchergebnissen oft allein da.

Zur Studie „Zukunft Gesundheit 2021 – Jungen Bundesbürgern auf den Puls gefühlt" (PDF)

 

Quelle: vivida bkk | Cornelia Meier