Rostocker Forscher erforscht Gangbild des Menschen

Professor Christian Rode veranschaulicht den Einfluss der Oberkörperhaltung auf die Drehmomente in den Beingelenken. Foto: Thomas Rahr/ITMZ/Universität Rostock

„Wer seine Knie beim Joggen entlasten möchte, sollte den Oberkörper mehr nach vorne lehnen – zurück ist die falsche Richtung“, sagt Professor Christian Rode vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Rostock. Das ist das Ergebnis einer aktuellen internationalen Studie, an der der Neu-Rostocker Wissenschaftler mitgearbeitet hat. Das gilt auch für das Joggen auf natürlichem, unebenen Boden.

 Die Probanden für diese Studie wurden beim Joggen gefilmt. Zudem wurden mithilfe von auf der Laufstrecke eingebauten Messplatten die Kräfte gemessen, die die Läufer auf den Boden ausübten. „Mit den so erhaltenen Daten wurden die Gelenksmomente bestimmt“, sagt Professor Rode. Die Erkenntnis: „Wer im Knie beim Joggen Schmerzen verspürt, sollte seinen Oberkörper etwas nach vorne lehnen, um die Knie zu entlasten“, rät der Sportwissenschaftler.

Die Gehfähigkeit erhalten – auch im Alter

Der 44-Jährige gebürtige Geraer leitet seit Frühjahr 2021 den Lehrstuhl für Biomechanik am Institut für Sportwissenschaft der Universität Rostock. Zuvor war er Akademischer Rat an der Universität Stuttgart in der Abteilung Trainings-und Bewegungswissenschaften. Im Rahmen eines bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft beantragten Verbundprojekts über den Erhalt der Gehfähigkeit im Alter möchte der Forscher in Rostock die Auswirkung altersbedingter Änderungen der Oberkörperhaltung (etwa durch Osteoporose) auf den Gang untersuchen.

Am Verbundprojekt werden zehn Lehrstühle aus unterschiedlichen Bereichen der Universität beteiligt sein – von der Medizin bis zur Informatik. Unter anderem sollen im Projekt aus Gangparametern wie mögliche neuro-degenerative Erkrankungen wie Alzheimer vorhergesagt oder die Gefahr von Stürzen frühzeitig erkannt werden, um intervenieren zu können.

 

Quelle: Universität Rostock | Cornelia Meier