Schlafstörungen: Nur schlecht geschlafen oder schon Insomnie?

Müder Mann sitzt auf einem Sofa
Foto: TheVisualsYouNeed/AdobeStock

Jeder schläft mal schlecht. Dauert schlechter Schlaf länger an, fragen sich viele, ob möglicherweise eine ernsthafte Schlafstörung vorliegt. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen schlechtem Schlaf und einer krankhaften Schlafstörung? Die Stiftung Gesundheitswissen klärt in einer neuen Gesundheitsinformation darüber auf.

Gerade während der heißen Tage in den Sommermonaten ist erholsamer Schlaf für viele Menschen eine Herausforderung. Doch selbst wenn das Schlafzimmer angenehm temperiert ist, hat rund ein Drittel aller Menschen hierzulande Probleme beim Schlafen. In der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland" gaben etwa 30 von 100 Befragten an, in den zurückliegenden vier Wochen mehr als drei Mal pro Woche schlecht geschlafen zu haben. Eine echte Insomnie mit Beschwerden am Folgetag hatten etwa 6 von 100 Personen. Frauen berichteten dabei doppelt so häufig von Schlafstörungen wie Männer. Doch was ist schlechter Schlaf und was Insomnie?

Schlechter Schlaf oder Insomnie – die Unterschiede kennen

Eine Insomnie äußert sich durch folgende Symptome: Betroffene haben Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen oder wachen morgens sehr früh auf, ohne wieder einschlafen zu können. Dabei wird der Schlaf selbst als nicht erholsam empfunden. Weitere Merkmale für eine Insomnie sind, dass die Schlafbeschwerden über mehrere Wochen bestehen und mindestens dreimal pro Woche auftreten. Außerdem sorgen sie für Einschränkungen am nächsten Tag. Betroffene sind müde, haben Probleme, sich zu konzentrieren oder sind Stimmungsschwankungen ausgesetzt. Die wesentlichen Unterschiede zu schlechtem Schlaf, der immer mal vorkommen kann, ist, dass eine krankhafte Schlafstörung zum einen länger anhält.

Die Schlafmediziner unterscheiden hier zwischen Kurzzeit- und Langzeitinsomnie. Eine Insomnie, die weniger als drei Monate besteht, wird als Kurzzeitinsomnie bezeichnet. Von einer Langzeitinsomnie oder auch chronischen Insomnie wird gesprochen, wenn die Beschwerden länger als drei Monate anhalten oder über Jahre wiederkehrend bestehen. Zum anderen geht bei einer krankhaften Schlafstörung der gestörte Schlaf immer mit Beschwerden am nächsten Tag einher.

Grafik: Stiftung Gesundheitswissen

Das eigene Schlafverhalten im Blick behalten

Schlechter Schlaf verschwindet meist von selbst wieder und ist kein Grund zur Sorge. Eine Insomnie hingegen sollte gemeinsam mit einem Arzt behandelt werden. Um das eigene Schlafverhalten zu kontrollieren und einem Arzt bei der Diagnosestellung zu helfen, kann es hilfreich sein, ein Schlaftagebuch zu führen. Darin beantwortet man Fragen zu seinem Schlaf, beispielsweise wie lange das Einschlafen gedauert hat, oder wie erholt man sich am nächsten Tag fühlt. Außerdem werden Informationen wie Aufwachzeit und gefühlte Schlafqualität erfasst. Das Schlaftagebuch sollte zwei Wochen lang jeweils morgens und abends ausgefüllt werden. Auf Basis der Daten kann man gemeinsam mit dem Arzt entscheiden, ob und welche Maßnahmen notwendig sind.

 

Quelle: Stiftung Gesundheitswissen/Cornelia Meier