Wie steht es um die Schulgeldfreiheit für Podologinnen und Podologen in Deutschland?

Foto: Gerhard Seybert/AdobeStock

Noch ist die Podologieausbildung nicht in allen Bundesländern schulgeldfrei. Wir haben den aktuellen Stand für Sie zusammengefasst.

Von der Arbeit von Podologinnen und Podologen profitieren Menschen jeden Alters. Schließlich behandeln sie nicht nur von Schädigungen bedrohte und bereits geschädigte Füße, sondern kümmern sich auch um die präventive, therapeutische und/oder rehabilitative Behandlung des gesunden Fußes. Allein im Zeitraum von Januar bis September 2020 haben die gesetzlichen Krankenkassen rund 197 Millionen Euro für podologische Behandlungen ausgegeben, berichtet der GKV-Spitzenverband. Tendenz steigend. In ganz Deutschland sind aber derzeit nur etwa 16.000 Podologinnen und Podologen tätig.

Auch um den Nachwuchs ist es schlecht bestellt. In vielen Bundesländern stagniert die Zahl der Schülerinnen und Schüler. Grund hierfür ist unter anderem die sinkende Zahl der Schulen, an denen Podologen und Podologinnen ausgebildet werden. Insgesamt sind es in Deutschland gerade einmal 33 Schulen. In Brandenburg und Bremen gibt es überhaupt keine Schulen, die eine Ausbildung für den wichtigen Gesundheitsfachberuf anbieten.

Kostspielige Ausbildung

Hinzu kommt: Von den Podologieschulen in Deutschland sind mit Bayern, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen sowie Sachsen aktuell nur Schulen in sechs Bundesländern schulgeldfrei. In den übrigen Bundesländern müssen Podologieschülerinnen und -schüler für ihre Ausbildung ein Schulgeld bezahlen.

Angehende Podologinnen und Podologen zahlten im Schuljahr 2018/2019 im Durchschnitt 325 Euro Schulgeld im Monat, berichtet der Deutsche Krankenhausinstitut e. V. Mit eingerechnet sind dabei nicht die sonstigen Kosten, die während eines Ausbildungsganges entstehen. Sie schlugen im Schuljahr 2018/2019 durchschnittlich mit rund 673 Euro zu Buche. Hinzu kam eine Aufnahmegebühr in Höhe von durchschnittlich 199 Euro sowie eine – im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen – hohe Prüfungsgebühr von im Durchschnitt 392 Euro.

Schulgeldpflichtig oder schulgeldfrei? Der aktuelle Stand in Deutschland nach Bundesland

Bundesland

Status

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg herrscht bislang keine Schulgeldfreiheit für Podologen und Podologinnen.

Bayern

Seit dem Schuljahr 2019/2020 fällt in Bayern für Gesundheitsberufe kein Schulgeld mehr an. Allerdings erheben die Schulen „Verwaltungsgelder“ in unterschiedlicher Höhe.

Berlin

Ab dem kommenden Schuljahr ist die Ausbildung für Gesundheitsfachberufe in Berlin schulgeldfrei. 

Brandenburg

In Brandenburg gibt es derzeit keine Podologieschulen.

Bremen

Bremen verfügt über keine eigenen Podologieschulen. In einigen der Bremer Schulen für Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten gilt allerdings mittlerweile die Schulgeldfreiheit.

Hamburg

Während in Hamburg das Schulgeld für angehende Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten zum 1. April 2019 abgeschafft wurde, müssen Podologen und Podologinnen weiterhin selbst für ihre Ausbildung aufkommen.

Hessen

Zum 1. August 2020 ist in Hessen ein Gesetz zur Abschaffung des Schulgeldes in Gesundheitsfachberufen in Kraft getreten. Die Podologieausbildung ist damit schulgeldfrei.

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern herrscht bislang keine Schulgeldfreiheit für Podologen und Podologinnen.

Niedersachsen

In Niedersachsen herrscht Schulgeldfreiheit für angehende Podologen und Podologinnen.

Nordrhein-Westfalen

Für die Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen muss in Nordrhein-Westfalen kein Schulgeld mehr gezahlt werden. Das Bundesland hat das Schulgeld in den Gesundheitsfachberufen rückwirkend zum 1. Januar 2021 abgeschafft.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz herrscht bislang keine Schulgeldfreiheit für Podologen und Podologinnen.

Saarland

Im Saarland herrscht bislang keine Schulgeldfreiheit für Podologen und Podologinnen.

Sachsen

Für Auszubildende in Gesundheitsfachberufen übernimmt der Freistaat Sachsen das Schulgeld ab dem Schuljahr 2020/21.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt herrscht bislang keine Schulgeldfreiheit für Podologen und Podologinnen.

Schleswig-Holstein

Seit dem 1. Januar 2019 muss in Schleswig-Holstein für die Podologieausbildung nichts mehr gezahlt werden.

Thüringen

In Thüringen soll das Schulgeld für Gesundheitsfachberufe abgeschafft werden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) Ende Juni 2021.

 

Quelle: Deutscher Verband für Podologie (ZFD) e. V.

 

Autor: Cornelia Meier
Nach einem Abstecher in die Öffentlichkeitsarbeit leitet die gebürtige Augsburgerin seit Juli 2021 die Redaktion des Fachmagazins DER FUSS.
Cornelia Meier
Redakteurin
DER FUSS