Defizit im Corona-Jahr 2020

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Die gesetzlichen Krankenkassen haben nach den vorläufigen Finanzergebnissen im Corona-Jahr 2020 insgesamt ein Defizit von rund 2,65 Milliarden Euro ausgewiesen. Das teilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mit. Mitverantwortlich ist auch der Anstieg bei den Heil- und Hilfsmitteln.

Bei den Heilmitteln stiegen die Ausgaben der Krankenkassen um 2,3 Prozent beziehungsweise rund 200 Millionen Euro auf 9.357 Millionen Euro. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Leistungserbringer in diesem Bereich im vergangenen Jahr aus Mitteln des Gesundheitsfonds rund 814 Millionen Euro an zusätzlichen Ausgleichszahlungen erhalten haben. Die Heilmittelausgaben nahmen 2020 vier Prozent der Gesamtausgaben der Krankenkassen ein.

Der Hilfsmittelbereich verzeichnet im Vergleich zu 2019 einen Ausgabenzuwachs von 2,79 Prozent. Die Ausgabenzuwächse je Versicherten unterscheiden sich bei den unterschiedlichen Krankenkassenarten (AOK 2,2 %, BKK 5,2 %, IKK 3,9 %, KBS 5,1 %, Ersatzkassen 1,3 %, LKV 6,8 %). In der GKV insgesamt liegt der Ausgabenzuwachs je Versicherten bei 2,2 %.

Die Ausgaben im Hilfsmittelbereich lagen 2020 laut den vorläufigen Finanzergebnissen in absoluten Zahlen bei 9.783 Millionen Euro (2019: 9.518 Millionen Euro). 2020 machten die Ausgaben im Hilfsmittelbereich 4 Prozent der Gesamtausgaben der GKV aus.

Die Finanzreserven der Krankenkassen lagen zum Stichtag 31. Dezember bei 16,7 Milliarden Euro. Der Gesundheitsfonds verbuchte 2020 ein Defizit von 3,49 Milliarden Euro; seine Liquiditätsreserve lag zum Stichtag 15. Januar 2021 bei rund 5,9 Mrd. Euro.

Die endgültigen Finanzergebnisse der Krankenkassen für das Gesamtjahr 2020 sollen Mitte Juni 2021 vorliegen. 

Zu den veröffentlichten Zahlen (PDF)