Spahn startet Zusammenarbeit mit Google

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (Foto: BMG)

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Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) arbeitet künftig mit Google zusammen. Bei einer medizinischen Stichwortsuche soll die Suchmaschine künftig die Antworten des Nationalen Gesundheitsportals gesund.bund.de in einem hervorgehobenen Info-Kasten präsentieren.

Die Corona-Pandemie zeige, wie wichtig seriöse Gesundheitsinformationen sind, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Denn nur wer fundierte Informationen habe, könne sich und andere schützen. Mit dem vom BMG initiierten Nationalen Gesundheitsportal wolle man die Bürger aber auch jenseits von Corona zu Fragen rund um ihre Gesundheit informieren. "Dabei hilft die Zusammenarbeit mit Google. Wer nach Gesundheitsthemen im Internet sucht, findet künftig noch leichter zu unserem Nationalen Gesundheitsportal.", erklärt Spahn.

Die neuen Info-Kästen – sogenannte "Knowledge Panels" für Gesundheitsthemen – stehen zurzeit für mehr als 160 Krankheiten zur Verfügung. Es handelt sich um Informationsbereiche, die auf den Google-Ergebnisseiten bei der Suche nach Personen, Orten, Organisationen oder Dingen erscheinen. Sie sollen einen schnellen Überblick über Informationen zu einem Thema bieten. Durch einen Link innerhalb der Knowledge Panels gelangt man zum jeweiligen Artikel im Nationalen Gesundheitsportal.

Aktuelle Google Trends aus Deutschland würden zeigen, dass das Interesse an Gesundheitsthemen in den letzten Jahren konstant gestiegen sei, teilt Google mit – allein in den vergangenen zwei Jahren um 19 Prozent. Im gleichen Zeitraum habe der Suchbegriff „Symptom” einen Anstieg von 84 Prozent verzeichnet. Seit April sei zudem häufiger nach Themen wie „Migräne” (+5%) und „Allergie” (+9%) gesucht worden.

Während sich viele Gesundheitsexperten und Ärztevertreter positiv über die neue Kooperation der Bundesregierung mit Google äußern, hagelt es von Seiten der Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen massive Kritik. Sie sehen sich durch die dominante Position des Links benachteiligt. Das Ministerium stärke damit „die quasimonopolistische Stellung des Suchmaschinenkonzerns zu Lasten kleinerer Anbieter“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), Dietmar Wolff. Dass staatlich finanzierte Informationsangebote so prominent platziert werden, benachteilige die privaten Presse-Angebote.