Wo bekommt man noch Schutzausrüstung?

(Foto: peterschreibermedia/AdobeStock)

Desinfektion, Mund- und Nasenmasken, Schutzkleidung und Handschuhe sind in diesen Tagen begehrte Waren. Der überwiegende Anteil geht derzeit in die Krankenhäuser. Spirituosen- und Bekleidungshersteller produzieren derzeit auch Alternativprodukte, aber taugen diese für die Podologen Praxis? Der FUSS fragte bei den Fachlieferanten nach, wo man noch was bekommen kann.

Großhandel Baehr (Waiblingen und Hamburg) kann aus seiner Hygiene-Linie derzeit nur begrenzten Mundschutz liefern. Pro Kunde wird eine Packung à 50 Masken ausgegeben. Schutzkittel sind ohne Probleme bestellbar. Desinfektion ist derzeit nicht lieferbar. Schriftliche Bestellungen von Neukunden sind möglich unter Vorlage des Zulassungszertifikats oder der Visitenkarte.

"Für Anfang kommender Woche wurde uns wieder eine Lieferung an Mund- und Nasenschutzmasken zugesagt. Desinfektionsmittel werden in kleineren Mengen von Vorlieferanten zugeteilt ohne konkrete Angaben zu Lieferterminen. Ende des Monats verfügen wir wieder über Händedesinfektionsmittel aus eigener Produktion. Handschuhe sind nicht mehr in allen Ausführungen vorrätig. Grundsätzlich behalten wir uns vor, Bestellmengenkürzungen vorzunehmen um möglichst vielen Kunden eine begrenzte Anzahl an Produkten zur Verfügung zu stellen", beschreibt die Eduard Gerlach GmbH (Gehwol) aus Lübbeck die Situation in der KW 17.

Die Franz Lütticke GmbH aus Meinerzhagen kann derzeit nur noch Masken ohne Nasenbügel liefern, begrenzt auf 2 Packungen pro Kunde, das gilt auch für Handschuhe. Schutzkleidung ist erhältlich. Desinfektion ist nur sehr wenig vorhanden, es muss aber erst eine Bestandsaufnahme erfolgen, vorher sind keine Angaben zur Bestellung möglich.

Lohmann & Rauscher GmbH & Co. KG aus Neuwied liefert derzeit die begehrten Produkte nicht an Neukunden. Derzeitige Bestellmengen richten sich nach dem Verbrauch von 2019.

Die Raue GmbH (Kosmetik- und Fußpflegebedarf) aus Burgwedel will den momentanen Lieferengpass bei Desinfektionsmitteln durch eigene Produktion überbrücken: „Wir können in zehn bis 14 Tagen Handdesinfektion nach WHO-Rezeptur liefern“, erklärt Marketingchef Andreas Hertig. Derzeit vorrätig sind noch Mundschutz in kleinen Mengen, Instrumentensterilisation und Einmalschürzen. „Als Neukunden akzeptieren wir derzeit nur Podologen. Aufgrund der begrenzten Bestände liefern wir im Moment allerdings nur einmal pro Woche pro Kunde Ware aus. Bei telefonischen Bestellungen können wir den Kunden bei ihren Wünschen mitunter noch entgegenkommen, Online-Bestellungen sind aber ebenfalls möglich.“

Die Hellmut Ruck GmbH aus Neuenbürg kann derzeit nur Handschuhe liefern, aber nicht in allen Größen. Schutzkleidung ist derzeit nicht vorrätig, Mundschutz ist erst ab Mai wieder verfügbar. Angaben zur Lieferfähigkeit von Desinfektionsmittel kann die Firma derzeit nicht geben.

Masken selber nähen?
Die Initiative „Maske auf “ betrachtet das Tragen eines Mundschutz aus einem anderen Winkel. Da eine Infektion mit Coronaviren nicht unbedingt Symptome verursacht, sollte sich jeder so verhalten, als wäre er infiziert. Das bedeutet: Wenn man rausgeht, sollte man nicht nur Abstand halten, sondern auch einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Auch selbstgebastelte Masken können dabei einen Teil an Mikropartikeln effektiv herausfiltern, wie eine Studie der Universität Cambridge zeigt. Deswegen sollen möglichst viele Menschen ihren Mundschutz selber machen.

Anleitungen gibt es im Internet reichlich, die Feuerwehr Essen stellte sogar eine Nähanleitung ins Netz: „Maske Feuerwehr Essen“

© Der FUSS/Petra Zimmermann