Hygiene: Probleme bei Produktion und Zulieferern

(Foto: Andreas Morlok / pixelio.de)

35 Prozent der MedTech-Unternehmen haben Probleme, den Bedarf von medizinischer Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln für die eigenen Produktionsstätten sicherzustellen. Knapp 60 Prozent der Unternehmen haben zudem Probleme mit ihren Zulieferbetrieben. Das sind Ergebnisse einer Blitzumfrage des Bundesverbandes Medizintechnologie, BVMed, zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie, an der sich 87 Medizinprodukte-Hersteller beteiligt haben.

"Im Mittelpunkt steht die Aufrechterhaltung der Patientenversorgung. Dafür brauchen wir geeignete politische Maßnahmen, damit die Produktion von notwendigen Medizinprodukten auch in Coronavirus-Krisenzeiten sichergestellt ist. Dazu gehören der freie Warenverkehr, flexible regulatorische Maßnahmen und ein MDR-Moratorium", kommentiert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll die Umfrageergebnisse.

Für die Produktionsstätten von Medizinprodukte-Herstellern werden ebenfalls medizinische Schutzprodukte und Desinfektionsmittel benötigt. 6 Prozent der Unternehmen gaben an, den Bedarf überhaupt nicht mehr decken zu können, 29 Prozent können ihn kaum decken.

52 Prozent der MedTech-Unternehmen befürchten eine langsamere Verteilung der Produkte durch die zentrale Beschaffung für medizinische Schutzprodukte durch staatliche Stellen. 48 Prozent bemängeln mehr Bürokratie, die aus der zentralen Beschaffung entsteht. Insgesamt leiden bereits ein Viertel der Unternehmen unter einer sinkenden Marktnachfrage nach ihren Medizinprodukten. Auf der anderen Seite ist die Marktsituation bei 30 Prozent der Hersteller besser geworden, insbesondere im Bereich der medizinischen Schutzausrüstung oder bei Produkten für die Intensivmedizin.

59 Prozent der MedTech-Unternehmen gaben an, in Folge des Coronavirus-Ausbruchs Probleme mit Zulieferern zu haben. 45 Prozent haben einen erhöhten Krankenstand bei den Mitarbeitern. Kurzarbeit mussten 6 Prozent der MedTech-Unternehmen anordnen.

80 Prozent der befragten MedTech-Unternehmen befürworten in der derzeitigen Situation befristete Ausnahmen bezüglich regulatorischer Anforderungen. Das Bundesgesundheitsministerium hatte hier bereits einen flexiblen und pragmatischen Umgang der Behörden zugesichert. 55 Prozent wünschen sich einen besseren Informationsfluss durch die Behörden, 54 Prozent konkrete Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung.