DDG sieht kein erhöhtes Infektionsrisiko für Diabetespatienten

Professor Monika Kellerer (Foto: DDG)

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) sieht für gesunde Diabetespatienten kein erhöhtes Infektionsrisiko bezüglich des Coronavirus, rät aber – da es bei chronischen Grunderkrankungen zu schwereren Verläufen kommen könne – zu einer guten Blutzuckereinstellung und zur Einhaltung der vom Robert Koch-Institut (RKI) empfohlenen Hygienemaßnahmen, wie die Husten-Nies-Etikette und gründliches Händewaschen. Dadurch lasse sich das Infektionsrisiko minimieren.

„Da die Viruserkrankung in den meisten Fällen mild verläuft, sehen wir bislang auch für Menschen mit Diabetes keine größere Gefahr als bei einem herkömmlichen Grippevirus“, erklärte Professor Dr. Monika Kellerer, Präsidentin der DDG, im Rahmen der Jahrespressekonferenz der DDG am 11. März 2020 in Berlin. Auch empfehle man die allgemeine vom RKI empfohlene Vorsorge, die auch für die Influenza gilt: Also einfache Maßnahmen wie die „Husten-Nies-Etikette“, gründliches Händewaschen, Hände möglichst fern vom Gesicht halten und ausreichend Abstand zu anderen Menschen einhalten. Zudem sei bei Diabetes für den Krankheitsverlauf bei Infektionen im Allgemeinen eine gute Blutzuckereinstellung hilfreich.

Medikamentenknappheit für Diabetespatienten ist auch künftig nicht auszugehen, da Diabetesmedikamente wie Insulin vorwiegend in Deutschland, USA, Dänemark, Frankreich, Großbritannien – nicht jedoch in China – hergestellt würden. Kellerer rät daher davon ab, große Vorräte an Medikamenten und Diabetesutensilien, die über die Versorgung von einem Quartal hinausgehen, für sich selbst zu bevorraten.

Auch im Falle einer Infektion mit dem, allerdings bislang noch wenig erforschten, Coronavirus SARS-CoV-2 gehe man seitens der DDG davon aus, dass man mit einem ausgeglichenen Stoffwechsel das Risiko für Komplikationen reduzieren könne, betonte auch DDG-Mediensprecher Professor Dr. Baptist Gallwitz. Diabetespatienten mit Begleit- und Folgeerkrankungen, wie etwa Herzkreislaufprobleme oder Organschäden, sollten jedoch besonders achtsam sein. Im Falle einer Ansteckung mit dem Coronavirus hätten sie durch ihr geschwächtes Immunsystem und eventuell bereits bestehende Infektionen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Dies gelte vor allem für Menschen nach einer Organtransplantation mit immunsuppressiver Therapie