Typ-2-Diabetes: Leitlinie zur Ernährung

(Foto: Margot Kessler/pixelio.de)

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Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an Erkrankungen wie Adipositas oder Diabetes mellitus Typ 2, die zum großen Teil durch eine unausgewogene Ernährung ausgelöst werden. Der ernährungsmedizinischen Versorgung kommt eine immer größere Bedeutung bei der Behandlung von Krankheiten zu. Eine überarbeitete Leitlinie soll dafür Unterstützung geben.

Die Ernährung beeinflusst auch Erkrankungen wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Lebensmittelunverträglichkeiten. Daher erfolgte jetzt eine grundlegende Neufassung des bisher in der Ernährungstherapie angewandten Rationalisierungsschema von 2004.

Ernährungsprävention ebenso wichtig wie Medikation
„Die Ernährung spielt nicht nur in der Prävention von Erkrankungen, sondern auch in der Therapie eine wichtige Rolle“, sagt PD Dr. med. Frank Jochum, Präsident der DGEM und Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau. „Wissenschaftliche Studien belegen, dass die gezielte Ernährungsintervention im medizinischen Alltag bei vielen Erkrankungen eine vergleichbare Bedeutung hat wie die Verordnung krankheitsspezifischer Medikamente.“


Leitfaden für vollwertige Ernährung
Eine erfolgreiche Behandlung beruht nach Ansicht der Experten auf wissenschaftlich gesicherten Ernährungsempfehlungen. „Wir haben LEKuP entwickelt, um allen in der Klinik, Praxis und Pflege Tätigen eine einfache Orientierungshilfe für eine moderne ernährungsmedizinische Versorgung an die Hand zu geben“, erklärt Prof. Dr. med. Hans Hauner, Institut für Ernährungsmedizin der TU München, für die DGE und als Sprecher der Autorengruppe. „Im Leitfaden sind die vollwertige Ernährung nach den Empfehlungen der DGE sowie – alternativ – die mediterrane oder vegetarische Kost als Grundkostformen definiert“

Spezifische Ernährungstherapie
„In unserem ursprünglichen Rationalisierungsschema wurden die Besonderheiten der Ernährungstherapie für bestimmte Krankheitsbilder dargestellt. Dies gilt nun in besonderem Maße auch für LEKuP, der spezifische Handlungsempfehlungen, zum Beispiel bei Nierenkrankheiten, bei Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei entzündlich-rheumatischen und orthopädischen Diagnosen oder bei neurologischen oder onkologischen Erkrankungen auflistet“, so Prof. Dr. med. Gerd Bönner, Präsident der DAEM.
Die Empfehlungen im Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis richten sich an alle Verantwortlichen für die Ernährungstherapie und die Patientenverpflegung, insbesondere Ernährungsfachkräfte, Ärzte, Träger von und Führungskräfte in Krankenhäusern und Pflegeheimen, Verantwortliche in den Küchen, im Service, in der Therapie und in der Pflege. Der Leitfaden soll zudem eine Orientierung für Kostenträger im Gesundheitswesen darstellen.

Die Überarbeitung des Leitfadens erfolgte durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) und die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin e.V. (DAEM), in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM), dem Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e.V. (BDEM), der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e.V. (DAG), dem Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD) und dem Berufsverband Oecotrophologie e.V. (VDOE). Gemeinsam haben die Autoren es sich zum Ziel gesetzt, auf Grundlage evidenzbasierter Leitlinien einen aktuellen Leitfaden für die praktische Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP) zu verfassen.

Der Leitfaden kann hier abgerufen werden.