Vollständige Hochschulausbildung gefordert

(Foto: Tim Reckmann/pixelio.de.jpg)

Anzeige

Das „Bündnis Therapieberufe an die Hochschulen“, ein Zusammenschluss mehrerer Berufs- und Ausbildungsverbände der Therapieberufe Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie, fordert eine vollständige hochschulische Berufsausbildung in der therapeutischen Patientenversorgung.

Nur durch eine entsprechende Modernisierung der Ausbildungen könnten die therapeutische Patientenversorgung nachhaltig interdisziplinär und evidenzbasiert gestaltet sowie die Therapeutinnen und Therapeuten adäquat auf Herausforderungen wie den demographischen Wandel und die Zunahme chronischer, psychischer und neurologischer Erkrankungen vorbereitet werden, so das Bündnis in einer Pressemitteilung.

Aktuell stehe der steigende Behandlungsaufwand sinkenden Absolventenzahlen und einer hohen Abwanderung aus den Therapieberufen gegenüber, so das Bündnis (Die Bündnispartner: Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl), Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V. (DVE), Hochschulverbund Gesundheitsfachberufe e.V. (HVG), Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten e.V. (IFK), Deutscher Verband für Physiotherapie e. V. (PHYSIO-DEUTSCHLAND), Verbund für Ausbildung und Studium in den Therapieberufen (VAST), Verband Physikalische Therapie e.V. (VPT) sowie der Fachbereichstag Therapiewissenschaften (FBT)).

Zur Sicherung einer hohen Qualität in der therapeutischen Patientenversorgung und zur Überwindung eines bereits existenten Fachkräftemangels in den Therapieberufen fordert das Bündnis die Politik deshalb auf, den Beschluss für eine vollständig hochschulische Ausbildung noch in dieser Legislaturperiode zu fassen. Dementsprechend habe das Bündnis dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) konkrete Vorschläge vorgelegt, um die Akademisierung innerhalb eines Zeitraumes von zehn Jahren umzusetzen.

In einem sukzessiven Transformationsprozess könnten die erforderlichen Studienkapazitäten für eine flächendeckend hochschulische Ausbildung in den Fachrichtungen Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie erreicht werden. Der Ausbau der vorhandenen primärqualifizierenden Kapazitäten sowie der Aus- und Umbau der weiteren Studiengänge biete sehr gute Voraussetzungen für die erforderliche Ausbildungs-reform. Dabei würde die Verlagerung der Ausbildung an Hochschulen den Zugang für Berufsanwärterinnen und -anwärter ohne Hochschulzugangsberechtigung nicht er-schweren. Denn: Zum einen würden bereits heute sehr viele angehende Berufsangehörige über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügen. Zudem würden im deutschen Bildungssystem ohnehin grundsätzliche Vorkehrungen zur Erleichterung der Durchlässigkeit je nach Schulabschluss existieren.

Über das Bündnis Therapieberufe an die Hochschulen

Im „Bündnis Therapieberufe an die Hochschulen“ haben sich die größten und relevantesten Berufs-und Ausbildungsverbände der Therapieberufe Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie zusammengeschlossen. Gemeinsam repräsentieren die Partner über 130.000 Ausübende und Auszubildende der Gesundheitsfachberufe Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie sowie die führenden Zusammenschlüsse der Hoch-und Berufsfachschulen.