Weiterer Anstieg der Heil-und Hilfsmittelausgaben

(Abb. Barmer)

Die Barmer berichtet in ihrem Heil-und Hilfsmittelreport 2019 von einem weiteren Anstieg der Ausgaben für Heil-und Hilfsmittelreport bei ihren 9,1 Millionen Versicherten. Im Jahr 2018 hat die Barmer für Heilmittel 976 Millionen Euro ausgegeben. Für Hilfsmittel (z.B. Rollstühle oder Prothesen) fielen Kosten von 1,12 Milliarden Euro an.

Heilmittel wurden von 21,3 Prozent aller Barmer-Versicherten beansprucht. Insgesamt stiegen die Ausgaben gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent, was einem Plus von 120 Millionen Euro entspricht. Dies geht aus dem im November veröffentlichten Heil-und Hilfsmittelreport der Barmer hervor.

Dabei gehen rund drei Viertel der Kosten (73,5 Prozent) auf die physiotherapeutischen Behandlungen zurück, die 85,9 Prozent aller Verordnungen ausmachen. Je Versicherten fallen durchschnittlich 77,61 Euro für physiotherapeutische Leistungen an. Auf die Ergotherapie entfallen bei 6,7 Prozent der Verordnungen 14,5Pro-zent der Kosten. Auf die Logopädie entfallen bei 4,3 Prozent der Verordnungen 10,2 Prozent der Kosten. Der Anteil der Kosten liegt bei der Podologie bei 1,8 Prozent und bei den Verordnungen bei 3,2 Prozent.

Nur geringer Anteil entfallen auf die Podologie
Mit 1,8 Prozent entfällt nur ein geringer Teil der Heilmittelausgaben auf die Podologie. Fast die gesamten Kosten entfallen auf die Maßnahmen der podologischen Therapie. Der Kostenanteil beträgt 95,0 Prozent und hat einen Verordnungsanteil von 86,6 Prozent.

Sonstige Leistungen stellen den übrigen Kostenanteil von 5,0 Prozent. Insgesamt nehmen 1,2 Prozent der Barmer-Versicherten podologische Leistungen in Anspruch. Bei den Frauen ist die Inanspruchnahme mit 1,1 Prozent etwas geringer als bei den Männern (1,3 Prozent). Podologische Leistungen werden erst ab einem Alter von 40 Jahren spürbar in Anspruch genommen. Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Inanspruchnahme stetig an. Nur bei den über 90-Jährigen sinkt die Inanspruchnahme wieder. Dabei nehmen Männer durchgehend mehr Leistungen in Anspruch als Frauen.

Die Politik ist verantwortlich
„Die Ausgabenzuwächse sind eine direkte Folge vor allem des Heil- und Hilfsmittelversor­gungsgesetzes", erklärte der Barmer-Vorstandsvorsitzende, Christoph Straub. bei der Vorstellung des Reports. Hier nannte er vor allem die dauerhafte Abschaffung der Grundlohnsummenanbindung. Dies habe die Ausgaben in dem Segment faktisch freigegeben.

Ob das mit dem neuen Gesetz verbundene politische Ziel, die Therapeutenberufe attraktiver zu machen, so erreicht werde, müsse sich aber erst noch zeigen, so Straub weiter. Wichtig sei, dass die Mehrausgaben auch tatsächlich bei den angestellten Therapeuten zu höheren Löhnen führten.