Anstieg der Hautkrebserkrankungen innerhalb von 10 Jahren

(Abb. KHH)
Nach einer Erhebung der KKH Kaufmännischen Krankenkasse ist die Zahl der Hautkrebserkrankungen innerhalb der vergangenen zehn Jahre gestiegen. 2017 erhielten nach KKH-Daten 87 Prozent mehr Männer und Frauen die Diagnose „schwarzer Hautkrebs“ als 2007. Beim „weißen Hautkrebs“ gab es laut KKH einen Anstieg um 145 Prozent.

Immer mehr Menschen erkranken an Hautkrebs. Das belegen Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse mit rund 1,7 Millionen Versicherten. Demnach erhielten 2017 bundesweit 87 Prozent mehr Frauen und Männer die Diagnose „schwarzer Hautkrebs“ (malignes Melanom) als noch 2007. An „weißem Hautkrebs“ (Basalzell- und spinozelluläres Karzinom), der besser zu therapieren ist, erkrankten 2017 sogar rund 145 Prozent mehr Versicherte als zehn Jahre zuvor.

Der Klimawandel ist einer der möglichen Gründe für die enorm hohen Steigerungsraten, so die KHH. Denn mehr warme Sonnentage bedeuten mehr Tage mit hoher UV-Strahlung. Und die ist gesundheitsgefährdend und wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in die höchste Krebsrisikostufe eingeordnet.

Das Risiko für Hautkrebs steigt zudem mit zunehmendem Alter. Da die Menschen immer älter werden, nimmt auch die Zahl der Betroffenen zu. Zu den weiteren Ursachenquellen zählen eine familiäre Vorbelastung, der Besuch von Solarien sowie der Hauttyp.

Entscheidend ist auch der eigene Umgang mit der UV-Strahlung. Jeder sollte daher an Sommertagen schützende Kleidung samt Sonnenhut tragen, unbedeckte Hautregionen reichlich mit Sonnenschutzmittel mindestens mit Lichtschutzfaktor 30 und hohem UVA- und UVB-Schutz eincremen, die pralle Mittagssonne meiden und schützende Schattenplätze suchen. Ansonsten kann Bräune einen hohen Preis haben.

Plus an Hautkrebsfällen im Ländervergleich
Beim „schwarzen Hautkrebs“ hat das Saarland laut KKH-Daten mit 138 Prozent die höchste Zunahme an Patienten, dicht gefolgt von Sachsen mit 133 Prozent. Am niedrigsten ist die Steigerungsrate in Mecklenburg-Vorpommern mit 61 Prozent. Beim „weißen Hautkrebs“ sind die ostdeutschen Bundesländer traurige Rekordhalter: an Position 1 Sachsen mit einem Anstieg der Hautkrebsfälle um 312 Prozent, dann Thüringen mit einem Plus von 222 Prozent und Brandenburg von 205 Prozent. Am niedrigsten stieg die Zahl der Patienten bei dieser Krebsart in Rheinland-Pfalz (111 Prozent) sowie in Nordrhein-Westfalen (115 Prozent).

Der überproportionale Anstieg der Fälle von weißem Hautkrebs in den ostdeutschen Bundesländern von 2007 bis 2017 könne auch am veränderten Freizeitverhalten der Ostdeutschen nach der Wende liegen mit mehr Reisen oder Solarienbesuchen, so die KHH.