Schulbetrieb in Halle gestoppt

Im Frühjahr 2018 war Eröffnung, knapp ein Jahrspäter ist schon wieder Schluss. In der Podologieschule NRW in Ostwestfalen-Lippe sollten pro Jahr rund 300 Schüler zum Podologen ausgebildet werden. Nun stoppten die Landesschulbehörde und Bezirksregierung den Betrieb im Gesamtkomplex des Gerry Weber Sportpark Hotels und die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt wegen Betrugs, wie das Haller Kreisblatt in seiner Ausgabe vom 20. Juli meldete.

Der Berufsfachschule für Podologie in Halle wurde die staatliche Anerkennung mit Wirkung zum 28. Februar von der Bezirksregierung entzogen, so die Zeitung und zitierte dabei den Sprecher der Bezirksregierung Detmold, Peter Westphal. "Diese Entscheidung ist seit dem 3. Mai rechtskräftig. Die Schule hat keine qualitativ gute Ausbildung garantiert und zu diesem Zweck nicht vertrauensvoll mit der Anerkennungsbehörde zusammengearbeitet. Ein wesentlicher Mangel lag zudem darin, dass Schülerinnen und Schüler abweichend von gesetzlichen Vorschriften nicht beaufsichtigt und angeleitet wurden, während sie auf Anordnung der Schulleitung Patienten behandelt haben", so Westphal. „Patienten waren dadurch einem erheblichen Gesundheitsrisiko ausgesetzt."

Neben den fachlichen Vorwürfen gab es wohl auch Vorfälle im zwischenmenschlichen Bereich. So berichteten – laut Zeitung – Schülerinnen und Dozenten von erzwungenen Unterschriften, gefälschten Zertifikaten, ausgesetzten Gehältern und nicht eingehaltenen Versprechungen.

Die Geschäftsführerin äußerte sich ebenfalls gegenüber dem Haller Kreisblatt: „Der Betrieb in Halle ruht derzeit. Wir richten uns gerade neu aus", erklärt sie die aktuelle Situation der Schule und sieht sich selber als Stalkingopfer einer Person beziehungsweise des sich um diese herum gebildeten Personenkreises. Sie werde daher die Schule in ihrer bisherigen Form nicht wiedereröffnen. Der Fachbereich Podologie werde eingestellt, aber es soll dort Fortbildungen geben, so die Geschäftsführerin.