Krankheitsbedingte Fehlzeiten hängen stark vom Beruf ab

(Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)

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Wie lange Beschäftigte krankheitsbedingt fehlen, ist eng verknüpft mit der beruflichen Tätigkeit. Das zeigt die Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), die in ihrem Fehlzeiten-Report 2018 erhältlich ist.

So fehlten Arbeitnehmer in den Berufen mit den höchsten Krankenständen 2018 durchschnittlich 26,3 Tage. In den Berufen mit den niedrigsten Krankenständen waren es halb so viele, im Schnitt 12,8 Tage.

Den Spitzenplatz nahmen Berufsgruppen aus Ver- und Entsorgung mit 32,5 Fehltagen pro Jahr ein, gefolgt von den Straßen- und Tunnelwärtern mit 31,4 Fehltagen und den Berufen in der industriellen Gießerei mit 30 Fehltagen. Die niedrigsten Fehlzeiten hatten Berufe in der Hochschullehre und -forschung mit 4,6 Fehltagen, gefolgt von den Berufen in der Softwareentwicklung mit 7,7 Fehltagen.

Atemwege vor Muskel-Skelett

Die häufigste Einzeldiagnose, die im Jahr 2017 zu Arbeitsunfähigkeit führte, war die akute Infektion der oberen Atemwege mit 9,4 Prozent der AU-Fälle und 4,4 Prozent  der AU-Tage. Die zweithäufigste Diagnose, die zu Krankmeldungen führte, waren Rückenschmerzen mit 6,1 Prozent. Unter den häufigsten Diagnosen sind auch weitere Krankheitsbilder aus dem Bereich der Muskel- und Skelett-Erkrankungen besonders zahlreich vertreten.

Die Erkältungswelle Anfang trug auch zu einem Anstieg der Krankheitstage bei. Arbeitnehmer, die viel Kontakt mit anderen Menschen haben, etwa in Großraumbüros oder in sozialen Berufen, sind besonders gefährdet. Callcenter-Mitarbeiter im Dialogmarketing belegen mit 4,8 erkältungsbedingten Fehltagen den Spitzenplatz, gefolgt von Beschäftigten in der Kinderbetreuung und -erziehung (3,6 Fehltage).