Landesverband Hamburg-Schleswig-Holstein kündigt Austritt an

Auf ihrer Jahreshauptversammlung am 9. Februar 2019 haben sich die Mitglieder des Landesverbandes Hamburg-Schleswig-Holstein einstimmig dafür ausgesprochen, künftig nicht mehr unter dem Dach des Deutschen Verbandes für Podologie (ZFD) e.V. zu agieren und stattdessen eigene - und vor allem neue - Wege zu gehen.

Auslöser für diesen Schritt sei einerseits der Kompetenzverlust im Dachverband, bedingt durch die Rücktritte der beiden Vizepräsidenten Jeannette Polster und Jörn Schmücker und der Mandatsniederlegung der rechtsberatenden Kanzlei E & S., so der Landesverband auf Facebook. Andererseits würden die Mitglieder seither einen deutlichen Qualitäts- und Leistungsverlust, die stringente Diskussionsverweigerung zu notwendigen Strukturreformen sowie einen unzureichenden und intransparenten Informationsfluss seitens des Bundesverbandes bemängeln. Im Ergebnis kam die Mitgliederversammlung zu dem Schluss, dass eine Neuausrichtung zwingend erforderlich sei und ein Verbleib im Dachverband des deutschen Verbandes für Podologie keinerlei Zukunftsoptionen für den Berufsstand biete.

Deshalb solle in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Mitte März die Landesverbandsmitglieder über eine Satzungs- und Namensänderung abstimmen sowie den neuen Vorstand wählen. Aktuell wird der Landesverband durch den 1. Vorsitzenden Jörn Schmücker (Podologe, Jurist) und die 2. Vorsitzende Kathrin Lübcke (Podologin) vertreten.

Stellungnahme des Bundesverbandes

Der Bundesverband bedauerte diese Entscheidung und gab dazu eine  Stellungnahme ab: „Der Bundesverband besteht seit 64 Jahren und wurde in dieser langen Zeit erfolgreich von verschiedenen Personen geführt. Entscheidend für das Vorankommen der Podologen – sei es durch die Gestaltung des Podologengesetzes, die Einführung des Sektoralen Heilpraktikers, der Hygieneverordnungen u.v.a. – waren immer die Stimmen der Landesvorsitzenden, die die Probleme der Mitglieder vor Ort kannten und vertraten.

Logisch erscheinende und dringend notwenige Veränderungen lassen sich aufgrund der bestehenden Gesetze nicht überhastet durchführen. Langer Atem und Durchhaltevermögen werden gebraucht. In der demokratischen Gemeinschaft der Landesverbände und ihrer engen Zusammenarbeit lag das Wohl der Podologen stets an erster Stelle. In den 64 Jahren des Bestehens des Bundesverbandes waren die verantwortlichen Funktionäre damit beauftragt, die Wünsche und Probleme der einzelnen Landesverbände zu vertreten und Probleme, wenn möglich, auf politischer Ebene zu lösen.

Die kürzlich zurückgetretenen Vizepräsidenten hatten vorgeschlagen, die komplette Zentralisierung des Verbandes, Auflösung sämtlicher Landesverbände zu einem einzigen überregionalen Verband unter Leitung eines Präsidiums (incl. Delegierte aus den einzelnen Bundesländern), Zusammenlegung der Vermögenswerte der Landesverbände und einem sozialverträglichen Abbau der Geschäftsstellen durchzuführen. Dies haben die Landesverbände abgelehnt.

Demokratie ist vielfältig und schwierig – aber die Vertreter der Landesverbände haben sich in der Mehrzahl für den demokratischen Weg einer Modernisierung des Verbandes ausgesprochen. Manche Strukturen sind schon alt und verwachsen. Sie gilt es zu erneuern, aber das geht nicht von heute auf morgen. Vieles kann man verbessern, aber eine demokratische Struktur, Mitbestimmung, Mitsprache und Mitwirken der Landesverbände bei allen Entscheidungen des Präsidiums und damit Mitsprache und Mitwirken aller Mitglieder wollten sich die Landesvertreter nicht nehmen lassen.

Wir wünschen dem scheidenden Verband alles Gute auf seinem neuen Weg und sagen allen

Mitgliedern, die sich so viele Jahre auf Kompetenz und Fachwissen von podo deutschland verlassen konnten, dass die Funktionäre im Bundesverband sich auch weiterhin mit aller Kraft für die Interessen der Podologen stark machen werden.

Wir sind für alle Podologinnen und Podologen da, jetzt und in Zukunft.“