Adipositas: Experten veröffentlichen laienverständliche Patientenleitlinie

Patientenleitlinie_Adipositas
Speziell für Leien ist die Leitlinie entwickelt worden. (Abb. SRH + DAG)

Die SRH Hochschule für Gesundheit – Campus Gera und die wissenschaftliche Fachgesellschaft Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) haben am 11. Februar 2019 die „Patientenleitlinie zur Diagnose und Behandlung der Adipositas“ veröffentlicht.

Inhaltlich ist die Patientenleitlinie identisch mit der bereits existierenden wissenschaftlichen Leitlinie für Ärzte, wurde aber im Rahmen des Projektes unter Einbindung von Patienten und Selbsthilfeorganisationen laienverständlich gestaltet. „Die neue Patientenleitlinie schließt eine wichtige Lücke für eine bessere Versorgung von Menschen mit Adipositas, denn sie verdeutlicht den Betroffenen, nach welchen wis-senschaftlich begründeten Empfehlungen Ärzte im Bereich Adipositas handeln. Pati-enten können so besser, das heißt informierter medizinische Entscheidungen treffen, z.B. bevor sie sich zu einer Teilnahme an einem Adipositas-Therapieprogramm entschei-den oder einer chirurgischen Maßnahme unterziehen“, erläuterte Professor Dr. Matthias Blüher, Leiter der AdipositasAmbulanz für Erwachsene der Klinik und Poliklinik für Endokrinologie und Nephrologie an der Universität Leipzig und Tagungspräsident 2020 der DAG. Die Patientenleitlinie könne in diesem Zusammen-hang wichtige Aufklärungsarbeit leisten.

Die Patientenleitlinie werde dazu beitragen, dass sich Patienten mit Ärzten auf Au-genhöhe begegnen können, betonte Steffy Wirtz, Patientenbeauftragte der DAG. Dies sei wichtig, weil Adipositas eine Erkrankung mit vielen Facetten sei und Be-troffenen vor einer Maßnahme einschätzen können müssten, was auf sie zukomme und ob sie dazu bereit seien.

Die DAG verwies zudem darauf, dass es immer noch keine geregelte medizinische Versorgung der Adipositas gebe und demzufolge der „graue Markt“ unseriöser Hilfs-angebote groß sei – umso wichtiger seien verlässliche Informationen für ein unter Umständen notwendiges Krankheitsmanagement.