Sektoraler Heilpraktiker Podologie nun in Thüringen

447335_web_R_K_by_Thorben_Wengert_pixeliode Sektoraler Heilpraktiker Podologie nun in Thüringen
(Foto: Thorben Wengert_pixelio.de)

Fünf Jahre nach einem Antrag auf Erlaubniserteilung zum sektoralen Heilpraktiker auf dem Gebiet der Podologie (SHP) hat der 3. Senat des Oberverwaltungsgerichtes in Weimar im Berufungsverfahren eine sehr erfreuliche Entscheidung für die Podologen in Thüringen herbeigeführt (Az.: 3 KO 194/15).

Eine Podologin hatte bei der zuständigen Stelle des Saale-Orla-Kreis einen Antrag auf Führung zum sektoralen Heilpraktiker auf dem Gebiet der Podologie (SHP) gestellt. Dieser Antrag wurde von der Behörde mit der Argumentation, die Abgrenzung des Tätigkeitsfeldes sei in der Podologie nicht hinreichend bestimmbar, abgelehnt.

Dagegen klagte die Podologin und erhielt in einem Urteil des Verwaltungsgerichts Gera vom 9. Februar 2014 Recht. Das Land Thüringen wurde in die Pflicht genommen, die Erlaubniserteilung zum SHP umzusetzen. Gegen dieses Urteil legte die Beklagte allerdings Berufung ein.

Berufung wird zurückgenommen
Vor dem 3. Senat des Oberverwaltungsgerichtes in Weimar kam es nun zum Berufungsverfahren. Die Beklagte verharrte - wie schon in der ersten Instanz - in ihrer Argumentation, die Abgrenzung des Tätigkeitsfeldes sei in der Podologie nicht hinreichend bestimmbar. Dieser Auffassung folgte der Senat nicht und empfahl der Beklagten eindringlich die Rücknahme der Berufung mit dem Hinweis, dass für das Verfahren keine Erfolgsaussichten für eine Berufung bestünden. Die Beklagte folgte der Empfehlung. Damit ist das Urteil des Verwaltungsgerichts Gera aus der ersten Instanz rechtskräftig.

Freitstaat zur Umsetzung verpflichtet
Der Freistaat Thüringen ist nunmehr verpflichtet, eine Prüfungsordnung zu erlassen, entsprechende Prüfungen abzunehmen und im Falle des Bestehens die sektorale Heilpraktikertätigkeit zu erlauben

Die Podologin wurde durch die Kanzlei E & S aus Kriftel sowie Prof. Dr. Ulrich Rommelfanger, anerkannter Experte des Medizin- und Gesundheitsverwaltungsrechts, vertreten und erhielt weitere Unterstützung durch den Deutschen Verband für Podologie (ZFD).

Damit ist Thüringen das 9. Bundesland, in dem der sektorale Heilpraktiker auf dem Gebiet der Podologie (SHP) umgesetzt wird. Von dem Ergebnis des Berufungsverfahrens verspricht man sich Signalwirkung für andere Bundesländer, in denen der SHP Podologie noch nicht umgesetzt ist, wie zum Beispiel das Saarland, Hessen, Niedersachsen oder Bremen. tom