Podologen in Hamburg doch außen vor

(Foto: Lupo/ pixelio.de)

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Am 16. Januar entschied die Hamburger Bürgerschaft über einen Antrag für die Schulgeldfreiheit für Auszubildende in den Gesundheitsfachberufen in Hamburg. Sie hat den Senat mit großer Mehrheit aufgefordert, bis zum 31. Mai eine auf zwei Jahre befristete Landesförderung vorzulegen. Diese Regelung soll dann nach Zustimmung durch die Bürgerschaft rückwirkend zum Schuljahresbeginn am 1. April 2019 gelten.

Die Einführung der Schulgeldfreiheit gilt aber nur für die Ausbildung von Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten.

Die Kosten für die Schulgeldfreiheit für die drei Gesundheitsfachberufe in Hamburg belaufen sich nach Angaben der Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) auf mehr als drei Millionen Euro pro Jahr. In Hamburg regiert zurzeit eine Koalition aus SPD und Grüne.

Andere Berufe sind außen vor-
Während sich Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten über eine – wenn auch nur befristete – Schulgeldfreiheit freuen dürfen, schauen die anderen Gesundheitsberufe in die Röhre. „Podologen, Bademeister und Diätassistenten müssen weiterhin Schulgeld zahlen“, sagte der Linke-Abgeordnete Deniz Celik. Das schaffe eine „Zwei-Klassen-Ausbildung“ für die Gesundheitsberufe.

Union und die Linke forderten deshalb Schulgeldfreiheit für alle therapeutischen Gesundheitsberufe. Zudem gehe die Regelung nicht weit genug, so CDU-Vize-Fraktionschefin Birgit Stöver: „Aus unserer Sicht geht die Regelung nicht weit genug. Es wäre fair, wenn die Schulgeldfreiheit schon vom 1. Januar an gelte“, sagte sie

Schuld ist Berlin
Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) kritisierte in diesem Zusammenhang Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der für die Umsetzung der Schulgeldfreiheit sehr lange brauche, während er bei Themen, die ihm wichtig seien, sehr schnell sein könne. Auch Christiane Blömeke (Grüne) sieht Spahn in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass Podologen und Masseure kein Schulgeld mehr zahlen müssen.