Physiotherapie: Patientenversorgung gefährdet

Lange Wartezeiten, fehlende Hausbesuchskapazitäten, unbesetzte Stellen und eine immer weiter steigende Arbeitsbelastung für Physiotherapeuten in der ambulanten Versorgung – alle diese Punkte würden aktuell die physiotherapeutische Patientenversorgung in Deutschland gefährden, stellen der Deutsche Verband für Physiotherapie (ZVK) und der Verband Physikalische Therapie (VPT) im „Wartezeitenbarometer Physiotherapie“ fest. „Gemeinsam mit der Politik haben wir den festen Willen, den sinkenden Schülerzahlen, der Abwanderung aus dem Beruf und dem rasant zunehmenden Fachkräftemangel in der Physiotherapie entgegenzuwirken“, betont Andrea Rädlein, Vorsitzende des ZVK.

Die Verbände haben eine einwöchige Onlinebefragung bei 2.077 Physiotherapeuten durchgeführt. Demnach warten bei 51,7 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Praxen Patienten drei Wochen und länger auf einen Termin für Physiotherapie. Ist ein Patient auf einen Hausbesuch eines Therapeuten angewiesen, muss er sogar in 66,3 Prozent der Praxen vier Wochen und länger auf den ersten Behandlungstermin zu Hause warten. Diese Zahlen seien „alarmierend“, so ZVK und VPT.

Auch die Personalfrage spielt eine große Rolle: 72,7 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Praxen waren im Juli 2018 auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Knapp 44 Prozent  der Praxisinhaber hatten Vollzeitstellen zu vergeben.

Die beiden Verbände fordern von der Politik:

  • eine dauerhafte finanzielle Aufwertung ihres Berufs,
  • eine Modernisierung der Ausbildung,
  • bundesweite Schulgeldfreiheit,
  • eine Steigerung der beruflichen Autonomie und den Direktzugang des Patienten zum Physiotherapeuten,
  • Abbau von Bürokratie in der Therapie sowie die
  • Einbeziehung der Physiotherapeuten in die Gesundheitstelematik.