Gehwol Diabetes-Report erschienen

gewol Gehwol Diabetes-Report erschienen
(Quelle: Gehwol)

Wie gut sind Diabetiker heutzutage über ihre Krankheit informiert? Ärzte und Krankenversicherung wissen schon lange, dass durch das Diabetische Fußsyndrom unzählige Krankenhausaufenthalte, Fußgeschwüre und Amputationen verursacht werden. Oft kann simple Fußpflege und richtiges Schuhwerk das Schlimmste verhindern. Doch das Risikobewusstsein ist unzureichend in den Köpfen von Patienten verankert, und auch nicht alle Ärzte halten sich an die Empfehlungen. Aufklärung, Compliance und das Gespräch zwischen Arzt und Patient können und sollen die Situation verbessern.

56 Prozent der Diabetiker wissen laut Gehwol Diabetes-Report, was ein Ulkus ist und wie er entsteht. Etwa eine Million Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko, eine Fußverletzung zu erleiden. Bei 8.500 Patienten führt sie schließlich zu einer Amputation der unteren Extremität (Majoramputation), bei 30.400 zu einer Amputation von Fußteilen unterhalb des Knöchels (Minoramputation).

Trotz dieser Zahlen sind sich 38 Prozent der Diabetiker nicht bewusst, dass sie ihren Füßen besondere Beachtung schenken müssen. Diese Zahlen haben sich im Vergleich zum Report 2016 nicht verbessert. Laut Schätzungen von Ärzten beläuft sich der Anteil der Patienten, die über das Risiko einer Fuß-Läsion insgesamt gut informiert sind, auf lediglich 41 Prozent.

 Kleine Probleme mit großen Folgen

Die Vorgänger eines Ulkus, also eines diabetischen Fußgeschwürs, das schlecht verheilt und im schlimmsten Fall zur Amputation führt, sind kleine, „gewöhnliche“, Hautprobleme. Befragte Ärzte gaben an, dass 25 Prozent ihrer Diabetespatienten Hornhautschwielen hatten, 31 Prozent litten unter trockener Haut. 25 Prozent hatten Hautinfekte, Entzündungen oder Irritationen und 18 Prozent waren von Fuß- oder Nagelpilz betroffen. Diese Symptome können eine Folge des Diabetes sein, da sich die Stoffwechselstörung auch auf die Schweißsekretion sowie die Synthese von Hautfetten (Lipiden) auswirken kann. Gebundene Feuchtigkeit aus dem Schweiß und Lipide sind wichtige Komponenten der Hautbarriere. Gerät diese aus der Balance, kommt es zu den genannten Symptomen. Mit täglicher Fußpflege lassen sich diese Probleme oft beheben. Dazu gehört vor allem das tägliche Kontrollieren der Füße, ausreichende Hygiene und das Eincremen. Für Letzteres werden feuchtigkeitsspendende Präparate empfohlen, die Harnstoff enthalten.

Kleine Probleme mit großen Folgen

Die Vorgänger eines Ulkus, also eines diabetischen Fußgeschwürs, das schlecht verheilt und im schlimmsten Fall zur Amputation führt, sind kleine, „gewöhnliche“, Hautprobleme. Befragte Ärzte gaben an, dass 25 Prozent ihrer Diabetespatienten Hornhautschwielen hatten, 31 Prozent litten unter trockener Haut. 25 Prozent hatten Hautinfekte, Entzündungen oder Irritationen und 18 Prozent waren von Fuß- oder Nagelpilz betroffen. Diese Symptome können eine Folge des Diabetes sein, da sich die Stoffwechselstörung auch auf die Schweißsekretion sowie die Synthese von Hautfetten (Lipiden) auswirken kann. Gebundene Feuchtigkeit aus dem Schweiß und Lipide sind wichtige Komponenten der Hautbarriere. Gerät diese aus der Balance, kommt es zu den genannten Symptomen. Mit täglicher Fußpflege lassen sich diese Probleme oft beheben. Dazu gehört vor allem das tägliche Kontrollieren der Füße, ausreichende Hygiene und das Eincremen. Für Letzteres werden feuchtigkeitsspendende Präparate empfohlen, die Harnstoff enthalten.

Erst wenn’s weh tut

Immerhin 38 Prozent der Diabetiker achten sorgfältig auf eine gute Fußpflege – entweder selbst oder mithilfe eines Fußspezialisten. Aber genauso hoch ist der Anteil derer, die ihre Füße nur sporadisch oder erst bei Auftreten eines Problems pflegen. Allgemein bewerten die Ärzte das Fußpflegebewusstsein ihrer Patienten nur zu jeweils 18 und drei Prozent mit gut und sehr gut, zu jeweils 49 und 14 Prozent nur mit befriedigend und ausreichend und 16 Prozent erhielten die Note mangelhaft.

Füße und Schuhe müssen stimmen

Die selbstständige Fußpflege zu Hause ist ein wichtiges Präventionsziel, ebenso die Versorgung mit speziell gefertigten Maßschuhen, Schuhzurichtungen oder Einlagen zur Druckentlastung. Da gibt es Raum für Optimierung: Bei einer von Ärzten vorgenommenen Bewertung nach Schulnotensystem erhielt keiner die Note sehr gut, als gut wurden die Maßnahmen bei 24 Prozent der Patienten eingestuft, 38 Prozent waren immerhin befriedigend, 26 Prozent ausreichend und zwölf Prozent der Maßnahmen wurden mit mangelhaft bewertet.

Auch die Schuhversorgung lässt zu wünschen übrig: Als sehr gut wurde diese für keinen Patienten bewertet, gute Schuhe hatten knapp 23 Prozent der Patienten, bei 44 Prozent war die Schuhversorgung befriedigend, bei 26 Prozent ausreichend und bei sieben Prozent mangelhaft.

Kontrollen retten Füße und Beine

Auch die Untersuchungshäufigkeit entspricht nicht immer den Empfehlungen3. Diabetiker sollten mindestens einmal im Jahr ihre Füße kontrollieren lassen: Bei sechs Prozent ist das nicht der Fall. Patienten mit einer sensorischen Nervenschädigung haben ein höheres Risiko, einen Ulkus zu entwickeln: Deshalb ist für sie eine Untersuchung alle drei bis sechs Monate ratsam. Bei immerhin zehn Prozent der Betroffenen geschieht dies seltener. Patienten mit einer Durchblutungsstörung sollten aufgrund des hohen Ulkusrisikos sogar noch öfter, das heißt, alle zwei bis drei Monate beim Arzt vorstellig werden. Bei 13 Prozent finden die Kontrollen seltener statt. Als Patientengruppe mit dem höchsten Risiko gelten Diabetiker, die bereits einen Ulkus oder eine Amputation erlitten haben. Denn bei ca. 34 Prozent der Patienten mit einem diabetesassoziierten Ulkus in der Vergangenheit kommt es erneut zu einem Geschwür innerhalb von einem Jahr4. Und bei über 50 Prozent der Diabetiker, die eine Amputation überstanden haben, ist innerhalb von vier Jahren eine Amputation am zweiten Bein notwendig5. Alle ein bis zwei Monate sollten sie ihre Füße deshalb vom Arzt überprüfen lassen. Aber bei 34 Prozent erfolgen die Untersuchungen zu selten.

Arztgespräch wichtig zur Risikosensibilisierung

Diese Ergebnisse sind besorgniserregend. Offenbar sinkt mit dem Ansteigen des Risikos und der Häufigkeit der notwendigen Kontrollen die Einhaltung der empfohlenen Untersuchungsintervalle. Allgemein sind solche Kontrollen wichtig, um Risikopatienten zu erkennen und gefährlichen Folgen wie Ulzera oder gar Amputationen vorzubeugen. Noch mehr Bedeutung gewinnen sie im Hinblick auf eine notwendige Förderung der Compliance und Risikowahrnehmung. Denn auch das zeigt der Gehwol Diabetes-Report: 38 Prozent der Patienten sind sich laut der befragten Ärzte nicht im Klaren darüber, dass sie auf ihre Füße achten müssen. Nur 37 Prozent sind in podologischer Versorgung. Weniger als der Hälfte – 44 Prozent – hat eine spezielle Schulung zur selbstständigen Fußinspektion erhalten, und nur ein Drittel – 33 Prozent – erhielt eine allgemeine Schulung durch einen Diabetesberater. Und lediglich bei neun Prozent findet eine Untersuchung der Biomechanik der Füße statt.