Männer sind Waschmuffel

waschen Männer sind Waschmuffel
(Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de)

Hände weg von Männerhänden: Im Rahmen einer Beobachtungsstudie an 1.000 Menschen stellten Studierende der Fakultät für Angewandte Psychologie der SRH Hochschule Heidelberg fest, dass kaum ein Mann seine Hände nach dem Toilettengang richtig wäscht.

Sie wütet wieder heftig, die Grippewelle. Dabei ist es einfach, die Erreger fernzuhalten: Das Infektionsrisiko mit Viren und Bakterien lässt sich durch eine korrekt ausgeführte Handhygiene um bis zu 99,9 Prozent verringern. Denn rund 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten werden über die Hände übertragen, mit denen wir im Durchschnitt 16 Mal pro Stunde unser Gesicht berühren. So gelangen die Keime durch Mund, Nase und Augen über die Schleimhäute in unseren Körper und entwickeln sich dort zur Infektion. In ihrem Experimentalpraktikum beobachteten zehn Psychologie-Studierende der SRH Hochschule Heidelberg die Besucher mehrerer öffentlicher Toiletten in und um Heidelberg. Die Ergebnisse erschütterten sie.

Die SRH-Studentinnen schauten 1.000 Toilettenbesuchern auf die Finger: Rund 7 Prozent verzichteten gänzlich auf das Händewaschen. 27 Prozent wuschen ihre Hände nur mit Wasser und rund 58 Prozent benutzten Wasser und Seife, allerdings nicht mit der erforderlichen Gründlichkeit. Lediglich rund acht Prozent reinigten ihre Hände vorbildlich. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt hierfür eine mindestens 20 Sekunden dauernde Reinigung mit Wasser und Seife nicht nur der Handflächen, sondern auch der Fingerzwischenräume.

Auch zwischen den Geschlechtern bestand ein bedeutender Unterschied im Händewaschverhalten. Während zirka 11 Prozent der Männer auf das Reinigungsritual gänzlich verzichteten, sind es bei den Frauen nur drei Prozent. Mit Wasser und Seife, allerdings ohne Berücksichtigung der Intensität, rückten immerhin 82 Prozent der untersuchten Frauen den Ansteckungskeimen auf den Leib. Bei den Männern waren es nur 51 Prozent. Der Handkontakt mit Männern birgt also ein höheres Übertragungsrisiko. „Dieser Unterschied hat uns schon schockiert“, gesteht die SRH-Studentin Jana Zeeb.