Wissen, können, wollen: Sicher und gesund arbeiten dank Unterweisung

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Für die Sicherheit und Gesundheit im Beruf kommt es nicht nur auf die Arbeitsbedingungen an. Man muss auch wissen, wie man sich richtig verhält. Und man braucht die Fähigkeit und Motivation, das tatsächlich zu tun.

Auf dieses Wissen, Können und Wollen zielt die gesetzlich vorgeschriebene Unterweisung der Beschäftigten im Betrieb, informiert die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Sie unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen dabei mit Handlungshilfen und einem Online-Lernmodul. Tipps zur Planung und Umsetzung von Unterweisungen gibt die BGW unter anderem in ihrer Broschüre „Unterweisen im Betrieb – ein Leitfaden“.

„Eine gelungene Unterweisung ist keine trockene Belehrung, sondern eine lebendig gestaltete Fortbildung“, erklärt Christian Reinke, Präventionsexperte der BGW. Die Beschäftigten werden über mögliche Gefährdungen bei ihrer Arbeit aufgeklärt, erhalten Raum zum Ausprobieren und Trainieren und bekommen zugleich das Bewusstsein für sicheres und gesundheitsgerechtes Verhalten vermittelt.

Die möglichen Methoden reichen von Vorträgen über Diskussionen und Gruppenarbeiten bis hin zu praktischen Übungen. „Dabei lassen sich je nach Situation verschiedene Medien einbinden“, so Reinke. „Diese können das persönliche Vermitteln der Unterweisungsinhalte aber nicht ersetzen, sondern nur ergänzen“, fügt er hinzu.

Unterweisungsthemen

Inhaltlich kann es um ganz unterschiedliche Aspekte gehen, etwa den Umgang mit Arbeitsmitteln und -geräten, den Hautschutz, das ergonomische Arbeiten oder das Verhalten bei Notfällen. Ausgewählt werden die Unterweisungsthemen vom Arbeitgeber oder von der Arbeitgeberin. „Unabhängig davon sollten Beschäftigte auch von sich aus Bescheid sagen, wenn sie Informations- oder Schulungsbedarf haben, um ihre Tätigkeit sicher und gesund auszuführen“, rät der Experte der BGW.

Unterweisungsanlässe

Eine Erstunterweisung muss grundsätzlich immer dann stattfinden, wenn etwas neu ist: etwa eine Tätigkeit, Geräte oder Arbeitsabläufe. Weiter können situationsabhängige Unterweisungsanlässe hinzukommen, zum Beispiel nach Unfällen oder Beinaheunfällen. Weil man manches Gelernte wieder vergisst, sind Unterweisungen in angemessenen Zeitabständen zu wiederholen. Stattfinden müssen sie grundsätzlich mindestens einmal jährlich, bei Jugendlichen mindestens alle sechs Monate. „Meist sind allerdings mehrere kleine Unterweisungen über das Jahr verteilt sinnvoller als ein oder zwei besonders umfangreiche“, merkt Reinke an.